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Die Wunschkindpille in der DDR

Empfängnisverhütung - Familienplanung - Geschlechterbeziehungen

Forschungsprojekt am Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Projektleiter/innen: Prof. Dr. Lutz Niethammer, Prof. Dr. Silke Satjukow
Projektmitarbeiter/innen: Dr. Annette Leo, Dr. Kathrin Pöge-Alder, Christian König

Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-06987-0002; Foto: Wittig / 2. Januar 1960

Die Markteinführung der Antibaby-Pille zu Beginn der sechziger Jahre in der Bundesrepublik und ihre kulturellen und sozialen Konsequenzen sind bereits seit einigen Jahren Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Sie lassen sich als epochaler Wandel in der Geschichte der Sexualität beschreiben. Von der Forschung beinahe unbeachtet blieb jedoch die Parallel-Entwicklung in der DDR. Hier produzierte VEB Jenapharm seit 1965 die "Wunschkind-Pille". Unsere Forschungen schließen diese Lücke.

Das Projekt wird die spezifischen gesellschaftlichen Konstellationen untersuchen, die in der DDR als erstem Ostblockstaat die Entscheidung für eine hormonelle Empfängnisverhütung ermöglichten. Die Pille gilt dabei als ein Produkt, an dessen Einführung, Verbreitung und Gebrauch zahlreiche politische und gesellschaftliche Akteure beteiligt waren: Neben den Entscheidungsgremien in der SED-Führung und in den Fachministerien waren das die pharmazeutische Forschung und Industrie, Gesundheitsbehörden wie etwa die Sexual- und Familienberatungsstellen und die Frauenärzte sowie Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche. Sie interagierten und kommunizierten unter den spezifischen Bedingungen der staatssozialistischen Diktatur und der stummen Anwesenheit des Westens auf unterschiedlichen Ebenen und mit unterschiedlichen Intentionen miteinander.

Im Zentrum unserer Untersuchung stehen die Frauen und ihre Sexualpartner als Subjekte und Objekte der "Wunschkindpille". Quellen sind daher vor allem lebensgeschichtliche Interviews mit den weiblichen Pillen-Konsumentinnen, aber auch mit den männlichen indirekten Nutzern der Pille sowie schriftliche Überlieferungen der Entscheidungsträger und Fachleute. Sie versprechen maßgebliche Erkenntnisse über die besondere Ausprägung der ostdeutschen Geschlechter-Ordnung. Sie geben auch Auskunft über die "eigensinnigen" Praktiken der Subjekte, die in den bevölkerungspolitischen Planungs- und Kontrollvorstellungen des Staates nicht aufgingen. Die Untersuchung soll der Frage nachgehen, inwieweit und warum das ansonsten starre soziale Gefüge der DDR sich gerade auf diesem Gebiet als "modern" erwies.

Damit entstehen Einsichten in die Ambivalenzen der Gesellschafts- und Erfahrungsgeschichte der DDR, jenseits von polarisierenden Gegenüberstellungen politischer Repressions- und scheinbar unpolitischer Alltagsgeschichte.

Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-N0606-0314; Foto: Bartocha, Benno / 19. März 1974
Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-L0711-343; Foto: Franke, Klaus / 21. Juli 1972
Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-L0309-0019; Foto: Spremberg, Joachim / 9. März 1972
Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-47410-0005; Foto: Mihatsch / 12. Juni 1957

Chronologie

07.10.1949 Gründung der DDR  
01.01.1950 Gründung des VEB Jenapharm aus dem Institut für Mikrobiologie (Schott-Zeiss-Institut)  
1950 Verabschiedung des «Gesetzes über den Mutter- und Kinderschutz und die Rechte der Frau»  
1950er Jahre Forschungen des VEB Jenapharm zur Herstellung von Steroidhormonen (auf Basis von Schweinegalle)  
1952 Gründung der International Planned Parenthood Federation (IPPF) in Bombay, Indien  
1955 Einrichtung der Abteilung Frauen beim Zentralkomitee der SED  
1956 Berufung von Karl-Heinz Mehlan zum Direktor des neu gegründeten Instituts für Sozialhygiene an der Universität Rostock  
1960 Ausrichtung einer internationalen Konferenz zur «Abortsituation, Abortbekämpfung und Antikonzeption» in Rostock  
1962 Gründung der Frauenkommission beim Politbüro des Zentralkomitees der SED  
1964 Gründung des Wissenschaftlichen Beirats «Die Frau in der sozialistischen Gesellschaft» an der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin  
1965 Vorstellung von «Ovosiston» als erstes hormonales Kontrazeptivum der DDR auf der Leipziger Frühjahrsmesse  
1965 Verabschiedung des «Familiengesetzbuches der DDR»  
Seit 1965 Veranstaltungen von Fortbildungstagen über Probleme der Ehe- und Sexualberatung am Lehrstuhl für Sozialhygiene der Universität Rostock  
1970 Zulassung der hormonalen Kontrazeptiva «Non-Ovlon» und «Sequenz-Ovosiston»  
1971 VIII. Parteitag der SED
Beschluss zu den «Sozialpolitischen Maßnahmen»
 
1972 Verabschiedung des «Gesetzes über die Unterbrechung der Schwangerschaft»
Darin wurde auch die kostenfreie Abgabe von Kontrazeptiva sanktioniert.
 
1975 Zulassung des Kontrazeptivums «Gravistat»  
1976 IX. Parteitag der SED
Weiterführung der «Sozialpolitischen Maßnahmen» u.a. zur Förderung beruftätiger Mütter
 
1976 Zulassung der Wochenpille «Deposiston»  
1977 WHO-Seminar zur »Fertilität Jugendlicher« in Rostock/Warnemüde  
1970er/
1980er Jahre
Durchführung umfangreicher Partnerstudien unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch das Zentralinstitut für Jugendforschung in Leipzig  
1980 Eingliederung des VEB Jenapharm in das Pharmazeutische Kombinat GERMED  
1981 Zulassung des Minipille «Minisiston»  
1985 Zulassung des Dreiphasenkontrazeptivums «Trisiston»  
1990 Umwandlung des VEB Jenapharm in die Jenapharm GmbH  



Literatur

Aresin, Lykke: Eheprobleme (Kleine Gesundheitsbücherei, H. 70), Berlin: Verlag Volk und Gesundheit 1963.

Aresin, Lykke: Sprechstunde des Vertrauens. Fragen der Sexual-, Ehe- und Familienberatung, Rudolstadt: VEB Greifenverlag 1967.

Aresin, Lykke/Müller-Hegemann, Annelies (Hrsg.): Jugend zu zweit, Leipzig: Bibliographisches Institut 1978.

Aresin, Lykke/Müller-Hegemann, Annelies (Hrsg.): Jugendlexikon junge Ehe, Leipzig: Bibliographisches Institut 1982.

Aresin, Lykke/Starke, Kurt: Empfängnisverhütung. Aufklärung für Jugendliche, hrsg. vom Deutschen Hygiene-Museum in der DDR, Dresden 1985.

Mehlan, Karl-Heinz: Wunschkinder? Familienplanung, Antikonzeption und Abortbekämpfung in unserer Zeit, Rudolstadt: Greifenverlag 1969.

Schnabl, Siegfried: Mann und Frau intim. Fragen des gesunden und des gestörten Geschlechtslebens, Rudolstadt: VEB Greifenverlag 1969.

Schnabl, Siegfried: Plädoyer für die Liebe, Leipzig/Jena/Berlin: Urania-Verlag 1978.

Silies, Eva-Maria: Liebe, Lust und Last. Die Pille als weibliche Generationserfahrung in der Bundesrepublik 1960-1980 (Göttinger Studien zur Generationsforschung, Bd. 4), Göttingen: Wallstein 2010.

Starke, Kurt: Junge Partner, Leipzig/Jena/Berlin: Urania-Verlag 1980.

Starke, Kurt: Lasst uns über AIDS sprechen. Ein Ratgeber für Jugendliche (Deutsches Hygiene-Museum in der DDR, WHO-Kooperationszentrum für Gesundheitserziehung), Dresden: Deutsches Hygiene-Museum 1989.

Starke, Kurt: Schwuler Osten. Homosexuelle Männer in der DDR, Berlin: Links 1994.

Staupe, Gisela/Vieth, Lisa (Hrsg.): Die Pille. Von der Lust und von der Liebe, erschienen anläßlich der Ausstellung «Die Pille. Von der Lust und von der Liebe» veranstaltet vom Deutschen Hygiene Museum Dresden (1. Juni bis 31. Dezember 1996), Berlin: Rowohlt 1996.

 

Seminar

Die Wunschkind-Pille in der DDR.
Ein Oral-History-Seminar über
generationelle Alltagserfahrungen

Dr. Annette Leo, Dr. Kathrin Pöge-Alder und Christian König, M.A.

Beginn: 06.04.2011
Di. 12-14 Uhr
E.-A.-Platz 8/SR 217

 Magister  Seminar
 Bachelor  BA_VK_4 B
 Master  MVK 2 B, MWVK


Im Jahre 1965 präsentierte der VEB Jenapharm auf der Leipziger Messe mit Ovosiston das erste hormonelle Empfängnisverhütungsmittel für die DDR. Einige Jahre zuvor hatte die "Pille" ihren Siegeszug bereits in den USA und in Westeuropa angetreten. In den dortigen Gesellschaften werden die einschneidenden kulturellen und sozialen Konsequenzen dieses Vorgangs gemeinhin mit dem Stichwort "sexuelle Revolution" umschrieben. Die parallele ostdeutsche Geschichte blieb jedoch bisher weitgehend unbeachtet und umgedeutet.

Gab es in der DDR eine ähnliche oder eine ganz andere Entwicklung? Was hatte die "Pille" mit der Planwirtschaft zu tun? Wie veränderte sich das symbolische Geschlechterverhältnis? Mittels lebensgeschichtlicher Interviews mit Frauen dreier Generationen wird sich das Seminar der "Wunschkindpille" zwischen staatssozialistischer Verordnung und gesellschaftlichem Gebrauch widmen.

Im Seminar werden grundlegende Kenntnisse über Vorbereitung, Führung, Auswertung, Typisierung und Archivierung von Interviews vermittelt. Außerdem geht es um den historischen und thematischen Kontext, in den sich die Erinnerungen der Zeitzeuginnen einordnen. (Für eine tiefere Textanalyse besteht die Möglichkeit in einer Folge-Veranstaltung im WS 2011/12) Voraussetzung für diese Übung sind solide Kenntnisse über die DDR-Geschichte, Interesse für Biographien- und Zeitzeugenforschung.

Die Übung richtet sich an Studierende ab dem 4. Semester. Die maximale Anzahl an Teilnehmer ist 21.

Die Modulprüfung für Bachelor- und Masterstudierende besteht in der Abfassung einer Hausarbeit. Referate für das Modul "Fachspezifische Schlüsselqualifikationen" (FSQ) sind möglich.

Achtung: Voranmeldung per e-mail erforderlich:
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Literaturhinweise:

Dorothee Wierling: "Oral history", in: Aufriß der historischen Wissenschaften, Band 7: Neue Themen und Methoden der Geschichtswissenschaft, Stuttgart 2003, S. 81-152. Gisela Staupe/Lisa Vieth (Hg.): Die Pille. Von der Lust und von der Liebe, Berlin 1996. Michael Oettel: Zur Geschichte der hormonellen Familienplanung und der Jenaer Kontrazeptiva, in: Helga Dietrich/Birgitt Hellmann (Hg.): Vom Nimbaum bis zur Pille. Zur kulturgeschichtlichen Vielfalt der Verhütungsmethoden, Weimar/Jena 2006, S. 81-92.


Seminarprogramm:

 

Termin

Themen in Theorie

und Forschungspraxis

1.

05.04.11

Vorstellung der Teilnehmer/innen und des Konzepts

Erklärungen zum Sample

 

Aufgabe

Präsentieren Sie potentielle Interviewpartner!

2.

12.04.11

Geschichte der DDR-Familienpolitik

Interviewpartner und Jahrgangsgruppen

 

Aufgabe

Informieren Sie sich über Ihr Aufnahmegerät und bringen Sie es mit!

Lesen: Dorothee Wierling: Oral History. In: Aufriß der historischen Wissenschaften, Band 7: Neue Themen und Methoden der Geschichtswissenschaft, Reclam, Stuttgart 2003, S. 81-152.

3.

19.04.11

Interviewführung

Methodik eines Interviews; Kurzinterviews

 

Aufgabe

Erarbeiten Sie Vorschläge für einen Leitfaden!

4.

26.04.11

Interviews und ihre Erschließung

Technische Fragen

 

Aufgabe

Lesen: Dietrich/Hellmann (Hg.): Vom Nimbaum bis zur Pille. Zur kultur­geschichtlichen Vielfalt der Verhütungsmethoden, Weimar/Jena 2006, bes. S. 81-92.

5.

03.05.11

Exkursion zur Tagung der Pro-Familia in Weimar

6.

10.05.11

Zur Geschichte der Empfängnisverhütung

Erfahrungsberichte zu den geführten Interviews

Einführung zu Kurzbiografien und Datenblättern

 

Aufgabe

Kennenlernen Silies, Eva-Maria: Liebe, Lust und Last. Die Pille als weibliche Generationserfahrung in der Bundesrepublik 1960-1980 (= Göttinger Studien zur Generationsforschung 4). Göttingen: Wallstein Verlag 2010.

7.

17.05.11

Gastreferentin: Eva-Maria Silies

 

Aufgabe

Fertigen Sie Kurzbiografien und Datenblätter zu Ihren Interviewpartnern an!

8.

24.05.11

Emanzipation der Frau versus Wunschkindpille und Geburtenförderung

Erkenntnisse aus Archiven

Kurzbiografien; Datenblätter

Transkription der Interviews und Erschließungstabellen

 

Aufgabe

Fertigen Sie eine Transkription und Erschließung Ihres Interviews an!

9.

31.05.11

Zur Funktionalität der Sexualität in Gesellschaft und Kultur

Gastreferent Lutz Thormann: FKK in der DDR

10.

07.06.11

Sexualforschung in der DDR

Meine Rolle als Interviewer

11.

14.06.11

Zur Typenbildung

Fragen im Interview

12.

21.06.11

Konsultation zur Typenbildung

Praxisblicke

13.

28.06.11

Präsentation der Jahrgangsgruppen und Interviewpartner I

14.

05.07.11

Präsentation der Jahrgangsgruppen und Interviewpartner II


CV Dr. Annette Leo

1948 In Düsseldorf geboren 
 
1952 Übersiedlung mit den Eltern nach Berlin (DDR)  
1966 Abitur  
1966 - 1968 Volontariat bei der "Berliner Zeitung"  
1968 - 1973 Studium der Geschichte und Romanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin  
1973 - 1979 Redakteurin bei der außenpolitischen Zeitschrift "horizont"  
1979 - 1981 Dissertation zum Thema: "Spanische Arbeiterkommissionen im Kampf gegen das Franco-Regime  
1982 - 1986 Redakteurin bei der "Neuen Berliner Illustrierten"  
1986 - 1989 freiberufliche Historikerin und Publizistin, u.a. lebensgeschichtliche Befragungen kommunistischer Überlebender des Konzentrationslagers Sachsenhausen, Kooperation mit der Pariser Gruppe "memoire grise" im Projekt "A l'Est - mémoire retrouvée"  
1990 Mitarbeit bei der ersten alternativen Zeitung der DDR "die andere"  
1991 - 1993 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Prenzlauer Berg Museum. Kommentierung der alten Ausstellung des "Antifaschistischen Traditionskabinetts". Leitung des Ausstellungsprojekts "Traum Gewalt Legende - Lebensgeschichten aus Prenzlauer Berg.  
1992 Mitglied der Expertenkommission zur Neuorientierung der Brandenburgischen Gedenkstätten  
Seit 1993 Begleitung der Arbeit der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten als Mitglied der Fachkommission  
1993 - 1996 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsinstitut für Arbeiterbildung in Recklinghausen, Oral-History-Projekt: "Politisch-gesellschaftlicher Wandel im Geschichtsbewusstsein von Arbeitnehmern in den alten und neuen Bundesländern"  
1997 - 2000 Freiberufliche Tätigkeit als Historikerin und Publizistin, u.a. Leitung des Ausstellungsprojekts "Rahmenwechsel" im Kunstdepot Beeskow, Leitung des Oral-History-Projekts "Die Stadt Fürstenberg und das Konzentrationslager Ravensbrück".  
2001 - 2004 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. Erforschung der Lebensgeschichte des DDR-Wissenschaftlers Wolfgang Steinitz  
Seit 2006 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena  
2008 Verleihung des Annalise-Wagner-Preises für die Publikation:
Das ist schon ein zweischneidiges Schwert hier unser KZ…".Fürstenberger Alltag und das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück.
(Siehe www.annalise-wagner-stiftung.de)
 


Publikationen (Auswahl)


Eichmann, Globke und die DDR, in: "Das hat's bei uns nicht gegeben!". Antisemitismus in der DDR - Das Buch zur Ausstellung, Amadeu Antonio Stiftung (Hg.) Berlin 2010.

"Mein Land verschwand so schnell…". Sechzehn Lebensgeschichten und die Wende, Weimar (Weimarer Taschenbuchverlag) 2009, Hg. mit Agnès Arp

Antifaschismus, in: Martin Sabrow, Erinnerungsorte der DDR, München (C.H. Beck) 2009.

Die Falle der Loyalität. Wolfgang Steinitz und die Generation der DDR-Gründerväter und Mütter, in: Irmela von der Lühe u.a., "Auch in Deutschland waren
wir nicht wirklich zu Hause". Jüdische Remigration nach 1945, Göttingen (Wallstein) 2008.

"Das ist so'n zweischneidiges Schwert hier unser KZ...". Der Fürstenberger Alltag und das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück, Berlin (Metropol) 2007.

Umgestoßen. Provokation auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin Prenzlauer Berg 1988, Berlin (Metropol) 2005

Leben als Balance-Akt. Wolfgang Steinitz. Kommunist, Jude, Wissenschaftler, Berlin, Metropol) 2005

"Deutschlands unsterblicher Sohn..." der Held des Widerstands Ernst Thälmann, in: Rainer Gries/Silke Satjukow, Sozialistische Helden. Eine Kulturgeschichte von Propagandafiguren in Osteuropa und der DDR, Berlin (Ch. Links) 2002

Vielstimmiges Schweigen. Neue Studien zum DDR-Antifaschismus, Hrsg. mit Peter Reif-Spirek und Mitautorin, (Metropol) Berlin 2001

Zweierlei Geschichte. Lebensgeschichte und Geschichtsbewusstsein von Arbeitnehmern in West- und Ostdeutschland, Essen (Klartext) 2000, Hrsg. mit Bernd Faulenbach und Klaus Weberskirch

Bilder mit und ohne Fragezeichen. Der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund, die Arbeiterklasse und die bildende Kunst, in: Volks Eigene Bilder. Kunstbesitz der Parteien und Massenorganisationen der DDR, Berlin  (Metropol) 1999

Paul Sakowski, der "Henker von Sachsenhausen", in: Friedhelm Boll/Annette Kaminsky (Hg.), Gedenkstättenarbeit und Oral History, Berlin (Berlin Verlag) 1999

Helden, Täter und Verräter. Studien zum DDR-Antifaschismus, Hrsg. mit Peter Reif-Spirek und Mitautorin, Berlin (Metropol) 1999

Fürstenberg-Drögen. Schichten eines verlassenen Ortes, Berlin (Hentrich) 1994, Hrsg. mit Stefanie Endlich und Florian v. Buttlar

Mythos Antifaschismus. Ein Traditionskabinett wird kommentiert, Berlin (Ch. Links) 1992, Mitherausgabe und Beteiligung

Die wiedergefundene Erinnerung. Verdrängte Geschichte in Osteuropa, Hrsg. der deutschen Ausgabe und Mitautorin, Berlin (BasisDruck) 1992

Briefe zwischen Kommen und Gehen, Berlin (BasisDruck) 1991

 

CV Christian König

1980 in Suhl geboren.  christian.
1999 Abitur am Philipp-Melanchthon-Gymnasium in Schmalkalden.
2000 - 2005 Studium der Neueren Geschichte, Politikwissenschaft und Biologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
2002 - 2003 Tutor am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der Universität Jena.
2004 - 2005 Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Jena.
2005 Magister Artium
Magisterarbeit zum Thema: «Heimatvertriebene. Angehörige der Aufbaugeneration in Thüringen. Lebensgeschichtliche Studien».
Seit 2006 Promotionsstudent am Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität
Arbeitsthema: «Sozial- und erfahrungsgeschichtliche Studien zu Flüchtlingen und Vertriebenen in der Aufbaugeneration der DDR».
Seit 2006 Mitglied der Forschungsgruppe Erinnerung - Macht - Geschichte und Mitarbeit am gemeinsamen Forschungsprojekt zur Geschichte der International Oral History Association (IOHA) 1976-1996;
Arbeit zu: «Bewegung und Zusammenhalt. Ein Freundschaftsnetzwerk als wissenschaftsgeschichtliches Phänomen».
 
2006 - 2010 Mitglied der Doktorandenschule des Jena Center - Geschichte des 20. Jahrhunderts an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.  
Seit 2010 Mitarbeiter des Forschungsprojekts «Die Wunschkindpille» in der DDR.  


Publikationen

Die PDS - Wahlkampf ohne Stars?, in: Torsten Oppelland (Hrsg.): Warum Wahlen verloren gehen. Studien zu den Wahlkampfstrategien von CDU/CSU, FDP und PDS im Bundestagswahlkampf 2002 (Reihe: Forum Politicum Jenense, Bd. 15), Jena 2003, S. 141-167.

«Im gegenseitigen Interesse...», in: Silke Satjukow (Hrsg.):  «Die Russen kommen!» Erinnerungen an sowjetische Soldaten 1945-1992 (Thüringen gestern & heute, Bd. 23), Erfurt 2005, S. 180-186.

«Mensch, wie können sie die Kerle so halten...», in: Silke Satjukow (Hrsg.):  «Die Russen kommen!» Erinnerungen an sowjetische Soldaten 1945-1992 (Thüringen gestern & heute, Bd. 23), Erfurt 2005, S. 187-199.

(Redaktionelle Bearbeitung des Bandes) Silke Satjukow (Hrsg.): Kinder von Flucht und Vertreibung (Thüringen gestern & heute, Bd. 30), Erfurt 2007.


Rezension

Christina von Hodenberg: Konsens und Krise. Eine Geschichte der westdeutschen Medienöffentlichkeit 1945-1973 (Moderne Zeit. Neue Forschungen zur Gesellschafts- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Bd. XII), Göttingen 2006, in: Medien & Zeit 21(2006), H. 3, S. 40-41.