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Lehre

Die aktuellen Lehrveranstaltungen finden Sie auch im elektronischen Vorlesungsverzeichnis Friedolin. Soweit nicht anders angegeben, erfolgt die Einschreibung über Friedolin.

Sommersemester 2017

VL: Geschichte der Frauenbewegung in transnationaler Perspektive 1789-1918

Prof. Dr. Gisela Mettele

Mi. 16-18 Uhr

UHG, HS 145

Grenzüberschreitende Forschungsperspektiven sind in den letzten Jahren zunehmend ins Blickfeld der historischen Forschung getreten und haben auch in der Frauen- und Geschlechtergeschichte das Bewusstsein für europäische bzw. transatlantische Beziehungen und Transfers geschärft. In der Vorlesung wird die Geschichte der Frauenbewegung im langen 19. Jahrhundert im Spannungsfeld von nationaler Agenda einerseits und internationaler Orientierung andererseits vorgestellt. Ein Fokus liegt auf den Vernetzungs- und Austauschprozesse zwischen den Frauenbewegungen in verschiedenen europäischen Ländern und den USA.

Literatur: Ute Gerhard (Hrsg.): Feminismus und Demokratie. Europäische Frauenbewegungen der 1920er Jahre. Frankfurt/M. 2001; Martina Ineichen/Anna K. Liesch/Anja Rathmann-Lutz/Simon Wenger (Hg.), Gender in Trans-it. Transkulturelle und transnationale Perspektiven. Zürich 2009; Angelika Epple/Angelika Schaser, Gendering Historiography: Beyond National Canons. Frankfurt am Main 2009; Gisela Bock, Geschlechtergeschichte auf alten und neuen Wegen. Zeiten und Räume, in: Geschichte und Gesellschaft. Sonderheft, Vol. 22, Wege der Gesellschaftsgeschichte (2006), S. 45-66; Barbara Caine/Glenda Sluga, Gendering European History 1780-1920. London 2000; Karen Offen, European Feminisms 1700-1950: A Political History. Stanford 2000; Sarah S. Hughes/Brady Hughes, Woman in World History. Vol. 2. Readings from 1500 to the Present. New York 1997.


S/Ü: Bettina von Arnim und die Soziale Frage

Prof. Dr. Gisela Mettele

Mi. 18-20 Uhr

UHG, SR 219

Das Verhältnis von Romantik, Öffentlichkeit und Geschlecht soll in der Übung am Beispiel von Leben und Werk einer der wichtigsten Vertreterinnen der deutschen Romantik, Bettina von Arnim, beleuchtet werden. Exemplarisch werden anhand ausgewählter Primär- und Sekundärtexte zentrale Fragestellungen wie etwa nach der aktiven Teilnahme von Frauen am literarischen Leben und an der Salonöffentlichkeit erörtert. Am Beispiel des ausgeprägten politischen und sozialen Engagements von Arnims soll auch das Urteil einer scheinbar unpoliltischen bzw. restaurativ orientierten Romantik überprüft und nach den Bedingungen für Frauen, sich in die politischen Diskurse ihrer Zeit einzuschalten, gefragt werden.

Literatur: Ulrike Landfester, Selbstsorge als Staatskunst. Würzburg 2000; Hartwig, Schultz, "Die echte Politik muss Erfinderin sein". Berlin 1999; Ursula Püschel, Bettina von Arnim -- politisch. Bielefeld 2005; Elke Frederiksen, Bettina von Arnim: Gender and Politics. Detroit 1995; Sulamith Sparre, "Aber Göttlich und Außerordentlich reimt sich": Bettine von Arnim (1785-1859). Muse, Schriftstellerin, politische Publizistin. Lich 2009.


HPS: Stadtbürgerin - Staatsbürgerin - Weltbürgerin. Weibliche politische Partizipation im 19. Jahrhundert

Prof. Dr. Gisela Mettele

Do. 8-10 Uhr

HI, SR

Die Freiheits- und Gleichheitsversprechen der Französichen Revolution bildeten auch für Frauen den Ausgangspunkt, sich für ihre Rechte als Bürgerinnen einzusetzen. Das Seminar thamtisiert politische Konstruktionen des Geschlechterverhältnisses seit dem Ende des 18. Jahrhunderts und die damit einhergehenden Vorstellungen geschlechtsspezifischer politischer Teilhabe. Gefragt wird nach dem Verhältnis von Geschlecht, Politik und Nation, der Schwerpunkt des Seminars wird dabei aber auf den Aktivitäten liegen, die Frauen im kommunalen öffentlichen Raum vor allem im Bereich des Vereinswesens entfalteten. Zwar erlaubte erst das Reichsgesetz von 1908 Frauen die Mitgliedschaft in politischen Vereinen, das Wahlrecht bekamen sie bekanntermaßen erst 1918, allerdings artikulierte sich im Engagement für das lokale Gemeinwohl, für karitative und soziale Belange, schon bedeutend früher der Anspruch auf weitergehende gesellschaftliche Teilhabe, der seit dem 1860er Jahre dann auch in die Aktivitäten und politischen Forderungen der entstehenden Frauenbewegung einfloss.

Literatur: Erna Appelt, Geschlecht, Staatsbürgerschaft, Nation. Politische Konstruktionen des Geschlechterverhältnisses in Europa. Frankfurt am Main u.a. 1999; Kirsten Heinsohn, Politik und Geschlecht. Zur politischen Kultur bürgerlicher Frauenvereine in Hamburg. Hamburg 1997; Ute Planert, Hg., Nation, Politik und Geschlecht. Frauenbewegung und Nationalismus in der Moderne. Frankfurt am Main u.a. 2000; Dirk A. Reder, Frauenbewegung und Nation. Patriotische Frauenvereine in Deutschland im frühen 19. Jahrhundert (1813-1830). Köln 1998. Angelika Schaser: Frauenbewegung in Deutschland 1848-1933. Darmstadt 2006; Christina Klausmann, Politik und Kultur der Frauenbewegung im Kaiserreich. Das Beispiel Frankfurt am Main. Frankfurt am Main u. a. 1997; Ulla Wischermann, Frauenbewegungen und Öffentichkeiten um 1900. Netzwerke - Gegenöffentlichkeiten - Protestinszenierungen. Königstein 2003.


OS: Neuere Forschungen zur Geschlechtergeschichte

Prof. Dr. Gisela Mettele

Do. 16-18 Uhr

HI, SR

Das Oberseminar richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Bachelor- und Examenskandidat/innen (Lehramt und Magister/Master) sowie Doktorand/innen. Neben der Präsention eigener Arbeiten werden neuere geschlechtergeschichtliche Forschungen und methodische Ansätze diskutiert. In unregelmäßigen Abständen finden Gastvorträge von auswärtigen Wissenschaftler/innen statt.

Wintersemester 2016/17

S: Frauen, Männer und Dinge von Welt. Globale Verflechtung in der Frühen Neuzeit

Dr. Julia A. Schmidt-Funke
Mo. 14-16 Uhr
UHG, SR 161

Als Epoche zunehmender weltweiter Verflechtung steht die Frühe Neuzeit schon lange im Zentrum globalgeschichtlicher Forschung: Seit dem 15. Jahrhundert wurden außereuropäische Gebiete von Europäern vermehrt bereist und für den Handel erschlossen, erobert und besiedelt, missioniert und kolonialisiert. Das Seminar betrachtet diese Prozesse aus der Perspektive der Geschlechtergeschichte und der Materiellen-Kultur- und Konsumforschung. Es nimmt dafür die globalen Transfers von Dingen, Pflanzen und Tieren sowie die weltumspannenden Aktivitäten frühneuzeitlicher Frauen und Männer in den Blick.

Literatur: Gerritsen, Anne/Riello, Giorgio: The Global Lives of Things. The Material Culture of Connections in the Early Modern World, London 2015; Höfert, Almut/Opitz-Belakhal, Claudia/Ulbrich, Claudia: Geschlechtergeschichte global, Köln 2012 (= L'Homme. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft 23.2); Reinhard, Wolfgang: Kleine Geschichte des Kolonialismus, Stuttgart 22008; Reinhard, Wolfgang: Die Unterwerfung der Welt. Globalgeschichte der europäischen Expansion, 1415-2015, München 2016; Wendt, Reinhard: Vom Kolonialismus zur Globalisierung. Europa und die Welt seit 1500, Paderborn 22016.


Ü: Lese- und Schreibwerkstatt zum Thema "Kolonialismus"

Dr. Julia A. Schmidt-Funke
Mo. 10-11 Uhr
HI, SR

Im 15. Jahrhundert setzte eine europäische Expansion ein, die durch Eroberung und Besiedlung, Handel und Missionierung zu einer verstärkten globalen Verflechtung führte. Die seit dieser Zeit entstandenen Kolonien bildeten die Grundlage für Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse, welche die Europäer auf Kosten der einheimischen Bevölkerung oder zwangsweise angesiedelter Sklaven etablierten. Die geschichtswissenschaftliche Forschungsliteratur über diese Prozesse bildet die Grundlage, um im Rahmen einer Lese- und Schreibwerkstatt das Lesen und Verfassen fachwissenschaftlicher Texte einzuüben. Neben Grundlagen der Literaturrecherche vermittelt die Lese- und Schreibwerkstatt, wie fachwissenschaftliche Texte unterschiedlicher Art und Komplexität gelesen und wie sie geschrieben werden. Sie macht mit den Formen historischer Darstellung vertraut und führt in die Methodik der Geschichtswissenschaft ein. Eigene Texte werden in regelmäßigen Hausaufgaben erarbeitet und im Seminarverlauf zu einem Portfolio zusammengestellt. Zentrales Lernziel ist die argumentative Auseinandersetzung mit historischen Problemstellungen sowie die Formulierung und Präsentation eigener Positionen in einer angemessenen wissenschaftlichen Sprache.

Literatur: Beinke, Christiane [u.a.]: Die Seminararbeit. Schreiben für den Leser, Konstanz 22011, E-Book 2011 (http://www.utb-studi-e-book.de/9783838584706); Reinhard, Wolfgang: Kleine Geschichte des Kolonialismus, Stuttgart 22008; Reinhard, Wolfgang: Die Unterwerfung der Welt. Globalgeschichte der europäischen Expansion, 1415-2015, München 2016; Schmale, Wolfgang (Hg.): Schreib-Guide Geschichte. Schritt für Schritt wissenschaftliches Schreiben lernen, Wien 2006, E-Book 2012 (http://www.utb-studi-e-book.de/9783838528540); Wendt, Reinhard: Vom Kolonialismus zur Globalisierung. Europa und die Welt seit 1500, Paderborn 22016.


OS: Neuere Forschungen zur Geschlechtergeschichte

Dr. Julia A. Schmidt-Funke
Do. 16-18 Uhr (14tägig)
HI, SR

Das Oberseminar richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Bachelor- und ExamenskandidatInnen sowie DoktorandInnen. Neben der Präsentation eigener Arbeiten werden neuere geschlechtergeschichtliche Forschungen und methodische Ansätze diskutiert. In unregelmäßigen Abständen finden Gastvorträge von auswärtigen WissenschaftlerInnen statt. Persönliche Anmeldung:

 

Sommersemester 2016

VL: Geschlechtergeschichte des langen 18. Jahrhunderts

Prof. Dr. Gisela Mettele
Mi. 16-18 Uhr
UHG, HS 145

Die Vorlesung vermittelt einen Überblick über zentrale Themen und Fragestellungen der Geschlechtergeschichte vom ausgehenden siebzehnten bis ins erste Drittel des neunzehnten Jahrhunderts. Ein Hauptmerkmal des sogenannten "langen 18. Jahrhunderts" war sein experimenteller Charakter, die relative Offenheit gesellschaftlicher Debatten und die Komplexität und Widersprüchlichkeit der Geschlechterordnungen. Auf vielen Ebenen - in der Geselligkeit, dem literarischen Leben, den Familienbeziehungen, im Bereich der Bildung und der Religion - wurde mit neuen Kommunikations- und Interaktionsformen experimentiert. Die Vorlesung geht diesen Dynamisierungsprozessen nach, fragt aber auch nach gegenläufigen Tendenzen. Es geht darum, zu zeigen, dass männliche und weibliche Rollenbilder und Lebenswirklichkeiten vielgestaltiger waren und die Diskurse im Ergebnis weniger absehbar als dies rückblickend vom 19. Jahrhundert erscheint.

Einführende Literatur: Claudia Opitz, Aufklärung der Geschlechter, Revolution der Geschlechterordnung. Münster 2002; Sarah Knott/Barbara Taylor, Hg., Women, Gender and Enlightenment. London 2007; Ulrike Gleixner/ Marion W. Gray, Hg., Gender in Transition: Discourse and Practice in German speaking Europe 1750-1830. Ann Arbor 2006; Ulrike Weckel/ Claudia Opitz/ Olivia Hochstrasser/ Brigitte Tolkemitt, Hg., Ordnung, Politik und Geselligkeit des Geschlechter im 18. Jahrhundert. Göttingen 1998; Ann Charlott Trepp, Männerwelten privat: Vaterschaft im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert, in: T. Kühne, Hg., Männergeschichte-Geschlechtergeschichte. Männlichkeit im Wandel der Moderne. Frankfurt am Main 1996, S. 31-50.

 

OS: Neuere Forschungen zur Geschlechtergeschichte

Prof. Dr. Gisela Mettele
Do. 16-18 Uhr
HI, SR

Das Oberseminar richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Bachelor- und ExamenskandidatInnen sowie DoktorandInnen. Neben der Präsentation eigener Arbeiten werden neuere geschlechtergeschichtliche Forschungen und methodische Ansätze diskutiert. In unregelmäßigen Abständen finden Gastvorträge von auswärtigen WissenschaftlerInnen statt. Persönliche Anmeldung:

 

HpS: Romantik und Geschlecht

Prof. Dr. Gisela Mettele
Do. 10-12 Uhr
HI, SR

Das Hauptseminar wird sich mit der romantischen Bewegung vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zur Revolution 1848/49 unter geschlechtergeschichtlicher Perspektive beschäftigen. Behandelt wird eine breites Spektrum von Themen: der Jenaer frühromantische Kreis, romantische Salons in Berlin und Weimar, weibliche Briefkultur und Autorschaft, Freundschaftskult und Liebesideal, die Wiederentdeckung des Religiösen in der Romantik sowie romantische Reiselust. Schließlich wird auch das Verhältnis von Romantik und Politik, Nation und Kosmopolitismus unter geschlechtsspezifischen Aspekten thematisiert. Gefragt wird nach den Handlungsmöglichkeiten von Frauen in unterschiedlichen Konstellationen der Romantik und nach den Dynamiken und Ambiguitäten in den romantischen Konzeptionen des Geschlechterverhältnisses. Als Protagonist/innen der romantischen Bewegung stehen u.a. Caroline Schlegel, Schelling, Rahel Varnhagen, Germaine de Staëhl, Ottilie von Goethe, Clemens Brentano und Bettina von Arnim im Mittelpunkt des Interesses.

Einführende Literatur: Barbara Becker-Cantarino, Schriftstellerinnen der Romantik. München 2000; Hartwig Schultz, Hg., Salons der Romantik. Berlin 1997; Marc Redfield, The Politics of Aesthetics: Nationalism, Gender, Romanticism. Stanford 2003; Susan J. Wolfson, Borderlines. The Shiftigns of Gender in British Romanticism. Stanford 2006; Irmgard Scheitler, Gattung und Geschlecht: Reisebeschreibungen deutscher Frauen 1780-1850; Ulrike Stamm, Der Orient der Frauen: Reiseberichte deutschsprachiger Autorinnen im frühen 19. Jahrhundert. Köln 2010; Monica Klaus, Johanna Kinkel. Romantik und Revolution. Köln 2008; Karen Hagemann, 'Männlicher Muth und Teutsche Ehre'. Nation, Militär und Geschlecht zur Zeit der Antinapoleonische Kriege Preußens. Paderborn 2002; Ulrike Gleixner and Marion W. Gray, Hg., Gender in Transition. Discourse and Practice in German-Speaking Europe, 1750-1830. Michigan 2006. Claudia Honegger, Die Ordnung der Geschlechter. Die Wissenschaften vom Menschen und das Weib 1750-1850. Frankfurt/Main 1991.

 

Ü: Texte und Quellen zu Stadt und Romantik

Prof. Dr. Gisela Mettele
Mi. 18-20 Uhr
UHG, SR 270

Das Verhältnis zwischen Romantik und Stadt ist so uneindeutig wie die Romantik selbst. Es beschränkt sich nicht auf die topische und weit hinter die Epoche der Romantik zurückreichende Entgegensetzung von (infernalischer) Stadt und (idyllischer) Natur. Vielmehr lässt sich der urbane Raum als wichtiger Ort romantischer ästhetischer Strategien und Identitätsbildungen fassen. Neben Natur und Landschaft, Berg und Wald bildet auch die Stadt eine Projektionsfläche des Romantischen. Zentrale Bezugspunkte romantischer Stadtvorstellungen sind etwa die harmonische Verbindung von Stadt und Land, die Ästhetisierung des städtischen gebauten und sozialen Raums oder die Orientierung an einem imaginierten Mittelalter, verbunden mit einer Sehnsucht nach der verlorengegangenen Einheit der bürgerlichen communitas. In der Übung werden anhand ausgewählter Primär- und Sekundärtexte zentrale Fragestellungen zum Thema erörtert und damit nach der Rolle, die der Faktor Geschlecht dabei spielte, gefragt.

Einführende Literatur: Gerhart v. Graevenitz, Hg., Die Stadt in der europäischen Romantik, Würzburg 2000; James Chandler / Kevin Gilmartin, Eds., Romantic Metropolis. The Urban Scene of British Culture 1780-1840, Cambridge UK, 2005; Larry H. Peer, Ed., Romanticism and the City, New York 2011; Jens Martin Gurr / Berlit Michel, Eds., Romantic Cityscapes, Trier 2013; Gregory Dart, Hg., Re-imagining the City , Special Issue of Romanticism 14:2 (2008); Dagmar Schmelzer/ Marina Ortrud M. Hertrampf , Die (Neu-)Vermessung romantischer Räume, 2013; Carsten Lange, Architekturen der Psyche, 2007; Walter Pape, Raumkonfigurationen in der Romantik, 2009; Bianca Wildfeuer, Romantische Wohnkultur, 2012.

 

Grundkurs: Einführung in die Geschichte der Frühen Neuzeit

Dr. Julia A. Schmidt-Funke
Mo. 10-12 Uhr
UHG, HS 146

Der Grundkurs führt in zentrale Entwicklungen, Begrifflichkeiten und Ereignisse der frühneuzeitlichen Geschichte sowie grundlegende Forschungsperspektiven ein.

Einführende Literatur: Birgit Emich, Geschichte der Frühen Neuzeit studieren, Konstanz 2006; Michael Erbe, Die frühe Neuzeit. Grundkurs Geschichte, Stuttgart 2007; Luise Schorn-Schütte, Geschichte Europas in der Frühen Neuzeit. Studienhandbuch 1500-1789, Paderborn 2009; Annette Völker-Rasor (Hrsg.), Oldenbourg Geschichte-Lehrbuch: Frühe Neuzeit, München 2. Aufl. 2006.

 

S: "Jezt bin ich was ich längst hätte sein sollen…". Geschlechtergeschichte des 18. Jahrhunderts

Dr. Julia A. Schmidt-Funke
Mo. 14-16 Uhr
UHG, SR 162

Das 18. Jahrhundert gilt gemeinhin als das Jahrhundert der Aufklärung, das seinen Höhe- und Endpunkt in der Französischen Revolution fand. Aufklärung und Revolution werden dabei oft als männliche Denkräume und Handlungsfelder wahrgenommen. Das Seminar stellt diese Annahmen in doppelter Hinsicht in Frage. Es zeigt erstens auf, dass das 18. Jahrhundert von eine Reihe parallel verlaufender Entwicklungen geprägt war, die nicht alle in der Aufklärung aufgingen. Zweitens vollzieht es nach, dass Frauen an den kommunikativen Prozessen des 18. Jahrhunderts in erheblichem Umfang teilhatten und dass die Frage des Geschlechterverhältnisses einen durchaus prominenten Platz in den Debatten dieser Zeit einnahm.

Einführende Literatur: Julia Frindte, Siegrid Westphal (Hg.): Handlungsspielräume von Frauen um 1800, Heidelberg 2005; Ulrike Gleixner, Marion W. Gray (Hg.): Gender in transition. Discourse and practice in Germanspeaking Europe, 1750-1830, Ann Arbor 2006; Ursula Kern (Hg.): Blickwechsel. Frankfurter Frauenzimmer um 1800, Frankfurt/M. 2007; Sarah Knott, Barbara Taylor, Women, gender and enlightenment, Basingstoke 2005; Ulrike Weckel [u.a.] (Hg.) Ordnung, Politik und Geselligkeit der Geschlechter im 18. Jahrhundert, Göttingen 1998; Thomas Weiss (Hg.): Frauen im 18. Jahrhundert. Entdeckungen zu Lebensbildern in Museen und Archiven in Sachsen-Anhalt, Halle/S. 2009.

Wintersemester 2015/16

HpS: Frauenbewegung und Wohnreform

Prof. Dr. Gisela Mettele
Do. 10-12 Uhr
HI, SR

Das Hauptseminar wird sich mit verschiedenen Formen des frauenpolitischen Engagements in der städtischen Wohnreform beschäftigen. Im Fokus wird dabei unter anderem die kommunale Wohnungsaufsicht stehen, die sich um 1900 zu einem wichtigen sozialfürsorgerischen Handlungsfeld der bürgerlichen Frauenbewegung entwickelte. Darüber hinaus werden Fragen von Haushaltsrationalisierung und -technisierung thematisiert sowie die vielschichtigen Debatten um Professionalisierung und Zentralisierung von Hauswirtschaft bzw. Entlohnung von Hausarbeit. Beleuchtet wird zudem das Engagement der Frauenbewegung für die Entwicklung neuer Wohnprojekte für alleinstehende berufstätige Frauen sowie für siedlungspolitische Experimente wie etwa der Gartenstadt. Der zeitliche Schwerpunkt des Seminars wird auf dem Zeitraum vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die späten 1920er Jahre liegen.

Literatur: Ulla Terlinden/Susanna von Oertzen, Die Wohnungsfrage ist Frauensache! Frauenbewegung und Wohnreform 1870-1933. Berlin 2006; Despina Stratigakos, A Women's Berlin: Building the Modern City. Minneapolis 2008; Ute Maasberg/ Regina Prinz, die Neuen kommen! Weibliche Avantgarde in der Architektur der zwanziger Jahre. (Ausstellungskatalog) Hamburg 2004; Maja Binder, Arminius - eine Stadttheoretikerin in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in: Triumph und Scheitern in der Metropole: zur Rolle der Weiblichkeit in der Geschichte Berlins. Hg. v. Sigrun Anselm/ Barbara Beck. Berlin 1987; Dolores Hayden, The Grand Domestic Revolution: A History of Feminist Designs for American Homes, Neighborhood, and Cities. Cambridge MA 1985; Günter Uhlig, Kollektivmodell "Einküchenhaus". Wohnmodell und Architekturdebatte zwischen Frauenbewegung und Funktionalismus. Gießen 1981.

 

OS: Neuere Forschungen zur Geschlechtergeschichte

Prof. Dr. Gisela Mettele
Do. 16-18 Uhr
HI, SR

Das Oberseminar richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Bachelor- und ExamenskandidatInnen sowie DoktorandInnen. Neben der Präsentation eigener Arbeiten werden neuere geschlechtergeschichtliche Forschungen und methodische Ansätze diskutiert. In unregelmäßigen Abständen finden Gastvorträge von auswärtigen WissenschaftlerInnen statt. Persönliche Anmeldung:

 

VL: Geschlechtergeschichte des urbanen Raums

Prof. Dr. Gisela Mettele
Mi. 16-18 Uhr
UHG, HS 145

Der Prozess der Urbanisierung veränderte im neunzehnten Jahrhundert das Leben großer Teile der europäischen Bevölkerung. Die Vorlesung setzt sich mit diesen Prozessen auseinander und untersucht die Rolle, die Geschlechterverhältnisse in diesen Transformationsprozess spielten. Welchen Einfluss hatte die Kategorie Geschlecht auf Organisation und Nutzung des städtischen Raums? Erlebten Frauen die Stadt anders als Männer? Wie haben zeitgenössische Annahmen einer geschlechtsspezifischen Trennung der öffentlichen und der privaten Sphäre die Stadt baulich und kulturell geformt, vor allem aber, wie wurden städtische Räume jenseits von propagierten Geschlechteridealen tatsächlich angeeignet? Die Vorlesung thematisiert die sich ausweitende Teilnahme von Frauen am öffentlichen Leben ebenso wie die Auswirkungen von Rationalisierung und Technisierung der städtischen Privathaushalte. Darüber hinaus werden die Veränderungen geschlechtsspezifischer Rollenbilder untersucht, die mit der Ausdifferenzierung des urbanen Arbeitsmarktes und den Veränderungen der urbanen Konsumkultur einhergingen. Die Betrachtung der Lebensrealitäten von Frauen und Männern unterschiedlicher sozialer Zugehörigkeiten machen die Verflechtung der Kategorie Geschlecht mit anderen Differenzkategorien deutlich.

Literatur: Kerstin Wolff, Stadtmütter. Bürgerliche Frauen und ihr Einfluss auf die Kommunalpolitik (1860-1900).Königstein/Ts. 2006; Stadtraum und Geschlechterperspektiven. Themenschwerpunkt in: Informationen zur modernen Stadtgeschichte" (IMS) 1/2004; Ulla Terlinden/Susanna von Oertzen, Die Wohnungsfrage ist Frauensache! Frauenbewegung und Wohnreform 1870-1933. Berlin 2006; Martina Heßler, "Mrs. Modern Woman": Zur Sozial- und Kulturgeschichte der Haushaltstechnisierung. Frankfurt am Main 2001; Matt Cook, London and the Culture of Homosexuality, 1885-1914. Cambridge 2003; Regina Schulte, Sperrbezirke. Tugendhaftigkeit und Prostitution in der bürgerlichen Welt. Hamburg 1994; Judith Walkowitz, City of Dreadful Delight: Narratives of Sexual Danger in late Victorian London. London 1992; Elisabeth Wilson, The Sphinx in the City. Urban Life, the Control of Disorder and Women. London 1991.


Ü: Quellen und Texte zur Geschlechtergeschichte des urbanen Raums

Prof. Dr. Gisela Mettele
Mi. 18-20 Uhr
UHG, SR 219

Die Übung wird als vertiefende Diskussionsveranstaltung zur Vorlesung "Geschlechtergeschichte des urbanen Raums (18.-20. Jahrhundert)" angeboten. Es werden ausgewählte Quellen und Dokumente zur jeweiligen Vorlesung gelesen und interpretiert, sowie wichtige Texte aus der Sekundärliteratur diskutiert.

Literatur: siehe Vorlesung


Grundkurs: Einführung in die Geschichte der Frühen Neuzeit

Dr. Julia A. Schmidt-Funke
Mo. 10-12 Uhr
UHG, HS 146

Der Grundkurs führt in zentrale Entwicklungen, Begrifflichkeiten und Ereignisse der frühneuzeitlichen Geschichte sowie grundlegende Forschungsperspektiven ein.

Einführende Literatur: Birgit Emich, Geschichte der Frühen Neuzeit studieren, Konstanz 2006; Michael Erbe, Die frühe Neuzeit. Grundkurs Geschichte, Stuttgart 2007; Luise Schorn-Schütte, Geschichte Europas in der Frühen Neuzeit. Studienhandbuch 1500-1789, Paderborn 2009; Annette Völker-Rasor (Hrsg.), Oldenbourg Geschichte-Lehrbuch: Frühe Neuzeit, München 2. Aufl. 2006.

 

Ü: Erschließung handschriftlicher Quellen der Neuzeit. Vom Archiv bis zur (digitalen) Edition

Martin Prell, M.A./Dr. Julia A. Schmidt-Funke
Mo. 14-16 Uhr
UHG, SR 162

Im Mittelpunkt der Übung steht die Transkription handschriftlicher Quellen der Neuzeit. Eingeübt wird das Lesen deutscher Handschriften in Kurrentschrift aus dem 16. bis 20. Jahrhundert anhand ausgewählter Beispiele. Gern können auch Handschriften für die gemeinsame Lektüre ins Seminar mitgebracht werden (z.B. Briefe der Groß- oder Urgroßeltern). Ergänzend bietet die Übung im Rahmen eines Archivbesuchs Einstieg in die Archivrecherche sowie in die Editionsarbeit. Insbesondere ist es im Rahmen des Seminars möglich, an der digitalen Edition der Briefe Erdmuthe Benignas von Reuß-Ebersdorf mitzuarbeiten, die derzeit von den beiden Dozierenden erstellt wird.

Einführende Literatur: Kurt Dülfer, HansEnno Korn (Bearb.): Schrifttafeln zur deutschen Paläographie des 16.-20. Jahrhunderts, hrsg. von Karsten Uhde, Marburg 2007; Hans Wilhelm Eckardt, Gabriele Stüber, Thomas Trumpp, 'Thun kund und zu wissen jedermänniglich'. Paläographie, Aktenkunde, archivalische Textsorten, Köln 1999; Paul Arnold Grun, Leseschlüssel zu unserer alten Schrift, Limburg/Lahn 1984; Elisabeth Noichl (Bearb.): Deutsche Schriftkunde der Neuzeit. Ein Übungsbuch mit Beispielen aus bayerischen Archiven, München 2006; Simon Teuscher (Hrsg.): Ad fontes - Eine Einführung in den Umgang mit Quellen im Archiv, URL: http://www.adfontes.uzh.ch/1000.php .

 

Sommersemester 2015

HpS: Stadtbürgerin - Staatsbürgerin - Weltbürgerin. Dimensionen von Bürgertum und Geschlecht im 19. Jahrhundert
Prof. Dr. Gisela Mettele
Do., 10.15-11.45 Uhr
HI, SR

Die Freiheits- und Gleichheitsversprechen der Französischen Revolution bildeten auch für Frauen den Ausgangspunkt, sich für ihre Rechte als Bürgerinnen einzusetzen. Das Seminar thematisiert politische Konstruktionen des Geschlechterverhältnisses seit dem Ende des 18. Jahrhunderts und die damit einhergehenden Vorstellungen geschlechtsspezifischer politischer Teilhabe. Gefragt wird nach dem Verhältnis von Geschlecht, Politik und Nation, der Schwerpunkt des Seminars wird dabei aber auf den Aktivitäten liegen, die Frauen im kommunalen öffentlichen Raum vor allem im Bereich des Vereinswesens entfalteten. Zwar erlaubte erst das Reichsgesetz von 1908 Frauen die Mitgliedschaft in politischen Vereinen, das Wahlrecht bekamen sie bekanntermaßen erst 1918, allerdings artikulierte sich im Engagement für das lokale Gemeinwohl, für karitative und soziale Belange, schon bedeutend früher der Anspruch auf weitergehende gesellschaftliche Teilhabe, der seit den 1860er Jahren dann auch in die Aktivitäten und politischen Forderungen der entstehenden Frauenbewegung einfloss.

Literatur: Erna Appelt, Geschlecht, Staatsbürgerschaft, Nation. Politische Konstruktionen des Geschlechterverhältnisses in Europa. Frankfurt am Main u.a. 1999; Kirsten Heinsohn, Politik und Geschlecht. Zur politischen Kultur bürgerlicher Frauenvereine in Hamburg. Hamburg 1997; Ute Planert, Hg., Nation, Politik und Geschlecht. Frauenbewegung und Nationalismus in der Moderne. Frankfurt am Main u.a. 2000; Dirk A. Reder, Frauenbewegung und Nation. Patriotische Frauenvereine in Deutschland im frühen 19. Jahrhundert (1813-1830). Köln 1998. Angelika Schaser: Frauenbewegung in Deutschland 1848-1933. Darmstadt 2006; Christina Klausmann, Politik und Kultur der Frauenbewegung im Kaiserreich. Das Beispiel Frankfurt am Main. Frankfurt am Main u.a. 1997; Ulla Wischermann, Frauenbewegungen und Öffentlichkeiten um 1900. Netzwerke - Gegenöffentlichkeiten - Protestinszenierungen. Königstein 2003.


S: Krieg und Geschlecht
Silke Meinhardt, M.A.
Mi., 12.15-13.45 Uhr 
UHG, SR 258a

In der historischen Betrachtung von Kriegen interessiert schon lange nicht mehr nur die ereignisgeschichtliche Perspektive, auch alltags-, mentalitäts- und geschlechtergeschichtliche Fragestellungen konnten zunehmend den Blick auf militärhistorische Zusammenhänge erweitern. Das Seminar wird Krieg und Militär in der Zeit von den Befreiungskriegen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges aus geschlechtergeschichtlicher Perspektive beleuchten. Dabei wird zunächst danach zu fragen sein, wie Geschlecht als analytische Kategorie für die Militärgeschichte nutzbar gemacht werden kann. Damit zusammenhängend wird das Seminar nicht nur die Funktionen und Handlungsspielräume von Männern und Frauen in Militär und Krieg in den Fokus stellen, sondern auch danach fragen, welche Geschlechterentwürfe in Kriegszeiten gezeichnet wurden und inwieweit Kriege die Geschlechterordnungen bedingten, ob sie diese bestätigten oder gar entkräfteten konnten.

Literatur: Karen Hagemann, Krieg, Militär und Mainstream. Geschlechtergeschichte und Militärgeschichte, in: Karen Hagemann/Jean H. Quataert (Hg.), Geschichte und Geschlechter. Revisionen der neueren deutschen Geschichte, Frankfurt a. M. 2008, S. 92-129; Karen Hagemann, "Männlicher Muth und Teutsche Ehre". Nation, Militär und Geschlecht zur Zeit der Antinapoleonischen Kriege Preußens, Paderborn 2002; Karen Hagemann/Ralf Pröve (Hg.), Landsknechte, Soldatenfrauen und Nationalkrieger. Militär, Krieg und Geschlechterordnung im historischen Wandel, Frankfurt a. M. 1998; Ute Daniel, Der Krieg der Frauen 1914-1918: Zur Innenansicht des Ersten Weltkrieges in Deutschland, in: Gerhard Hirschfeld/Gerd Krumreich/Irina Renz (Hg.), "Keiner fühlt sich hier mehr als Mensch …". Erlebnis und Wirkung des Ersten Weltkriegs, Essen 1993, S. 131-149; Karen Hagemann/Stefanie Schüler-Springorum (Hg.), Heimat-Front. Militär und Geschlechterverhältnisse im Zeitalter der Weltkriege, Frankfurt a. M. 2002; Birthe Kundrus, Kriegerfrauen. Familienpolitik und Geschlechterverhältnisse im Ersten und Zweiten Weltkrieg, Hamburg 1995.

TUTORIUM: Monique Bürger, Mi., 18-20 Uhr, UHG, SR 270


S: Entdeckung des Individuums - Erfindung des Geschlechts?
Dr. Julia A. Schmidt-Funke
Mo., 12.15-14.45 Uhr (mit Pause)
HI, SR

Wer bin ich? Und was will ich? Diese und ähnliche Fragen hat sich wahrscheinlich jeder von uns schon einmal gestellt. Aber taten das frühneuzeitliche Menschen auch? Forschungen zur Geschichte der Individualität gingen tatsächlich lange davon aus, dass am Beginn der Frühen Neuzeit eine (Wieder-)Entdeckung des Individuums stand: Die Renaissance galt als Geburtsstunde des 'modernen Menschen'. Mittlerweile ist aber klar, wie sehr sich frühneuzeitliche Menschen in ihren Selbstentwürfen, in ihrem Denken und Fühlen von uns unterschieden. Nachvollziehen lässt sich dies anhand frühneuzeitlicher Selbstzeugnisse (Autobiographien, Tagebücher, Briefe u.a.), deren Analyse im Mittelpunkt des Seminars stehen wird. Ein besonderes Gewicht liegt dabei auf der Frage, inwieweit Geschlecht und Sexualität das Selbstbild frühneuzeitlicher Menschen bestimmten. Das zugehörige Tutorium führt an Quellen, Hilfsmittel und Schwerpunkte der Frühneuzeitforschung heran.

Literatur: Richard van Dülmen (Hg.): Entdeckung des Ich. Die Geschichte der Individualisierung vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Köln [u.a.] 2001; Richard van Dülmen: Die Entdeckung des Individuums 1500-1800, Frankfurt/M. 1997; Kaspar von Greyerz/ Hans Medick/ Patrice Veit (Hg.): Von der dargestellten Person zum erinnerten Ich. Europäische Selbstzeugnisse als historische Quellen (1500-1850), Köln [u.a.] 2001; Kaspar von Greyerz: Vom Nutzen und Vorteil der Selbstzeugnisforschung für die Frühneuzeithistorie, in: Jahrbuch des Historischen Kollegs 2004 (2005), S. 27-47; Gabriele Jancke/ Claudia Ulbrich (Hg.): Vom Individuum zur Person. Neue Konzepte im Spannungsfeld von Autobiographietheorie und Selbstzeugnisforschung (Querelles 10), Göttingen 2005; Stefan Elit/ Stephan Kraft/ Andreas Rutz (Hg.): Das 'Ich' in der Frühen Neuzeit. Autobiographien - Selbstzeugnisse - Ego-Dokumente in geschichts- und literaturwissenschaftlicher Perspektive, in: zeitenblicke 1 (2002), Nr. 2, URL: http://www.zeitenblicke.de/2002/02/ (letzter Zugriff: 5.12.2013); Winfried Schulze (Hg.): Ego-Dokumente. Annäherung an den Menschen in der Geschichte, Berlin 1996.


OS: Neuere Forschungen zur Geschlechtergeschichte
Prof. Dr. Gisela Mettele
Do 16-18 Uhr
HI, Fürstengraben 13, SR

Das Oberseminar richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Bachelor- und ExamenskandidatInnen (Lehramt und Magister/Master) sowie DoktorandInnen. Neben der Präsentation eigener Arbeiten werden neuere geschlechtergeschichtliche Forschungen und methodische Ansätze diskutiert. In unregelmäßigen Abständen finden Gastvorträge von auswärtigen WissenschaftlerInnen statt.

Wintersemester 2014/15

HpS: Transnationale und transkulturelle Perspektiven in der Geschlechtergeschichte
Prof. Dr. Gisela Mettele
Do 10-12 Uhr
HI, SR

Im Seminar werden verschiedene methodische und theoretische Ansätze der transnationalen und transkulturellen Geschichtsschreibung thematisiert und die sich daraus ergebenden thematischen Erweiterungen des geschlechtergeschichtlichen Forschungsfelds diskutiert. Im Mittelpunkt stehen dabei drei exemplarische Themenkomplexe: grenzüberschreitende weibliche Lebensentwürfe, die geschlechtergeschichtliche Dimension der kolonialen Expansion Europas sowie die Vernetzungs- und Austauschprozesse im Kontext der internationalen Frauenbewegung.

Literatur: Martina Ineichen/Anna K. Liesch/Anja Rathmann-Lutz/Simon Wenger (Hg.), Gender in Trans-it. Transkulturelle und transnationale Perspektiven. Zürich 2009; Iris Schröder, Hg. (unter Mitarbeit von Priska Jones und Monika Mommertz), Themenschwerpunkt Europäische Geschichte - Geschlechtergeschichte (2009): http://www.europa.clio-online.de/Default.aspx?TabID=40208782&mid=12250&ItemID=2062; Angelika Epple/ Angelika Schaser, Gendering Historiography: Beyond National Canons. Frankfurt am Main 2009; Gisela Bock, Geschlechtergeschichte auf alten und neuen Wegen. Zeiten und Räume, in: Geschichte und Gesellschaft. Sonderheft, Vol. 22, Wege der Gesellschaftsgeschichte (2006), S. 45-66; Karen Hagemann/ María Teresa Fernández-Aceves, Gendering Trans/National Historiographies: Similarities and Differences in Comparison: Introduction, in: Journal of Women's History 19/1 (2007), S. 151-152; Barbara Caine/Glenda Sluga, Gendering European History 1780-1920. London 2000; Karen Offen, European Feminisms 1700-1950: A Political History. Stanford 2000; Sarah S. Hughes/ Brady Hughes, Women in World History. Vol.2. Readings from 1500 to the Present. New York 1997.


OS: Neuere Forschungen zur Geschlechtergeschichte
Prof. Dr. Gisela Mettele
Do 16-18 Uhr
Zulassung: persönliche Anmeldung unter
HI, Fürstengraben 13, SR

Das Oberseminar richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Bachelor- und Examenskandida-tInnen (Lehramt und Magister/Master) sowie DoktorandInnen. Neben der Präsentation eigener Arbeiten werden neuere geschlechtergeschichtliche Forschungen und methodische Ansätze dis-kutiert. In unregelmäßigen Abständen finden Gastvorträge von auswärtigen WissenschaftlerIn-nen statt.


S: Briefe, Tagebücher, Autobiographien. Selbstzeugnisse als historische Quellen
Silke Meinhardt, M.A.
Mi 12-14 Uhr
UHG SR 258a

Selbstzeugnisse wie Briefe, Tagebücher und Autobiographien können Einblicke in die Selbstkonstruktion historischer Akteure und die individuelle Aneignung historischer Prozesse geben. Sie können nicht nur Informationen über Lebensverhältnisse, Alltagshandlungen und Erzählkulturen, sondern auch über Geschlechtskonstruktion und Prozesse der Identitätsbildung enthalten. "Um in das Gefühlsleben des Kriegsteilnehmers Einblick zu gewinnen, brauchte man bloß […] einen Feldpostbrief zu lesen", so bringt Karl Kraus in Die letzten Tage der Menschheit den Gehalt eines Selbstzeugnisses wie dem Feldpostbrief auf den Punkt. Ist es aber tatsächlich so einfach, Selbstzeugnisse als Quellenmaterial für eine historische Analyse nutzbar zu machen? Wo liegt der Quellenwert von Selbstzeugnissen und welche historischen Fakten und Aussagen über ihre Verfasser_innen lassen sich aus diesen gewinnen? Ausgehend von diesen Fragen werden in der Übung Selbstzeugnisse in Form von Briefen, Tagebüchern und Autobiographien aus der Zeit des 19. und 20. Jahrhunderts in Auszügen gelesen und die Möglichkeiten und Grenzen von Selbstzeugnissen als Quellenmaterial für die Geschichtswissenschaft ausgelotet.

Literatur: Andreas Rutz, Ego-Dokument oder Ich-Konstruktion? Selbstzeugnisse als Quelle zur Erforschung des frühneuzeitlichen Menschen, in: Zeitenblicke 1 (2002) 2, URL: http://www.zeitenblicke.de/2002/02/rutz/; Dagmar Günther, "And now for something completely different". Prolegomena zur Autobiographie als Quelle der Geschichtswissenschaft, in: HZ 272 (2001), S. 25-61; Christa Hämmerle, Nebenpfade? Populare Selbstzeugnisse des 19. und 20. Jahrhunderts in geschlechtergeschichtlicher Perspektive, in: Thomas Winkelbauer (Hg.), Vom Lebenslauf zur Biographie. Geschichte, Quellen und Probleme der historischen Biographik und Autobiographik, Horn 2000, S. 135-167; Katharina von Hammerstein, Sich MitSprache erschreiben. Selbstzeugnisse als politische Praxis schreibender Frauen, Deutschland 1840-1919, Heidelberg 2013; Charlotte Heinritz, Autobiographien als Medien lebensgeschichtlicher Erinnerungen. Zentrale Lebensthemen und autobiographische Schreibformen in Frauenautobiographien um 1900, in: BIOS - Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen 21 (2008) 1, S. 114-123.


Sommersemester 2014

HpS: Stadtbürgerin - Staatsbürgerin - Weltbürgerin. Dimensionen von Bürgertum und Geschlecht im 19. Jahrhundert
Prof. Dr. Gisela Mettele
Do., 10.15-11.45 Uhr
HI, SR

Die Freiheits- und Gleichheitsversprechen der Französischen Revolution bildeten auch für Frauen den Ausgangspunkt, sich für ihre Rechte als Bürgerinnen einzusetzen. Das Seminar thematisiert politische Konstruktionen des Geschlechterverhältnisses seit dem Ende des 18. Jahrhunderts und die damit einhergehenden Vorstellungen geschlechtsspezifischer politischer Teilhabe. Gefragt wird nach dem Verhältnis von Geschlecht, Politik und Nation, der Schwerpunkt des Seminars wird dabei aber auf den Aktivitäten liegen, die Frauen im kommunalen öffentlichen Raum vor allem im Bereich des Vereinswesens entfalteten. Zwar erlaubte erst das Reichsgesetz von 1908 Frauen die Mitgliedschaft in politischen Vereinen, das Wahlrecht bekamen sie bekanntermaßen erst 1918, allerdings artikulierte sich im Engagement für das lokale Gemeinwohl, für karitative und soziale Belange, schon bedeutend früher der Anspruch auf weitergehende gesellschaftliche Teilhabe, der seit den 1860er Jahren dann auch in die Aktivitäten und politischen Forderungen der entstehenden Frauenbewegung einfloss.

Literatur: Erna Appelt, Geschlecht, Staatsbürgerschaft, Nation. Politische Konstruktionen des Geschlechterverhältnisses in Europa. Frankfurt am Main u.a. 1999; Kirsten Heinsohn, Politik und Geschlecht. Zur politischen Kultur bürgerlicher Frauenvereine in Hamburg. Hamburg 1997; Ute Planert, Hg., Nation, Politik und Geschlecht. Frauenbewegung und Nationalismus in der Moderne. Frankfurt am Main u.a. 2000; Dirk A. Reder, Frauenbewegung und Nation. Patriotische Frauenvereine in Deutschland im frühen 19. Jahrhundert (1813-1830). Köln 1998. Angelika Schaser: Frauenbewegung in Deutschland 1848-1933. Darmstadt 2006; Christina Klausmann, Politik und Kultur der Frauenbewegung im Kaiserreich. Das Beispiel Frankfurt am Main. Frankfurt am Main u.a. 1997; Ulla Wischermann, Frauenbewegungen und Öffentlichkeiten um 1900. Netzwerke - Gegenöffentlichkeiten - Protestinszenierungen. Königstein 2003.


S: Krieg und Geschlecht
Silke Meinhardt, M.A.
Mi., 12.15-13.45 Uhr 
UHG, SR 258a

In der historischen Betrachtung von Kriegen interessiert schon lange nicht mehr nur die ereignisgeschichtliche Perspektive, auch alltags-, mentalitäts- und geschlechtergeschichtliche Fragestellungen konnten zunehmend den Blick auf militärhistorische Zusammenhänge erweitern. Das Seminar wird Krieg und Militär in der Zeit von den Befreiungskriegen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges aus geschlechtergeschichtlicher Perspektive beleuchten. Dabei wird zunächst danach zu fragen sein, wie Geschlecht als analytische Kategorie für die Militärgeschichte nutzbar gemacht werden kann. Damit zusammenhängend wird das Seminar nicht nur die Funktionen und Handlungsspielräume von Männern und Frauen in Militär und Krieg in den Fokus stellen, sondern auch danach fragen, welche Geschlechterentwürfe in Kriegszeiten gezeichnet wurden und inwieweit Kriege die Geschlechterordnungen bedingten, ob sie diese bestätigten oder gar entkräfteten konnten.

Literatur: Karen Hagemann, Krieg, Militär und Mainstream. Geschlechtergeschichte und Militärgeschichte, in: Karen Hagemann/Jean H. Quataert (Hg.), Geschichte und Geschlechter. Revisionen der neueren deutschen Geschichte, Frankfurt a. M. 2008, S. 92-129; Karen Hagemann, "Männlicher Muth und Teutsche Ehre". Nation, Militär und Geschlecht zur Zeit der Antinapoleonischen Kriege Preußens, Paderborn 2002; Karen Hagemann/Ralf Pröve (Hg.), Landsknechte, Soldatenfrauen und Nationalkrieger. Militär, Krieg und Geschlechterordnung im historischen Wandel, Frankfurt a. M. 1998; Ute Daniel, Der Krieg der Frauen 1914-1918: Zur Innenansicht des Ersten Weltkrieges in Deutschland, in: Gerhard Hirschfeld/Gerd Krumreich/Irina Renz (Hg.), "Keiner fühlt sich hier mehr als Mensch …". Erlebnis und Wirkung des Ersten Weltkriegs, Essen 1993, S. 131-149; Karen Hagemann/Stefanie Schüler-Springorum (Hg.), Heimat-Front. Militär und Geschlechterverhältnisse im Zeitalter der Weltkriege, Frankfurt a. M. 2002; Birthe Kundrus, Kriegerfrauen. Familienpolitik und Geschlechterverhältnisse im Ersten und Zweiten Weltkrieg, Hamburg 1995.

TUTORIUM: Monique Bürger, Mi., 18-20 Uhr, UHG, SR 270


S: Entdeckung des Individuums - Erfindung des Geschlechts?
Dr. Julia A. Schmidt-Funke
Mo., 12.15-14.45 Uhr (mit Pause)
HI, SR

Wer bin ich? Und was will ich? Diese und ähnliche Fragen hat sich wahrscheinlich jeder von uns schon einmal gestellt. Aber taten das frühneuzeitliche Menschen auch? Forschungen zur Geschichte der Individualität gingen tatsächlich lange davon aus, dass am Beginn der Frühen Neuzeit eine (Wieder-)Entdeckung des Individuums stand: Die Renaissance galt als Geburtsstunde des 'modernen Menschen'. Mittlerweile ist aber klar, wie sehr sich frühneuzeitliche Menschen in ihren Selbstentwürfen, in ihrem Denken und Fühlen von uns unterschieden. Nachvollziehen lässt sich dies anhand frühneuzeitlicher Selbstzeugnisse (Autobiographien, Tagebücher, Briefe u.a.), deren Analyse im Mittelpunkt des Seminars stehen wird. Ein besonderes Gewicht liegt dabei auf der Frage, inwieweit Geschlecht und Sexualität das Selbstbild frühneuzeitlicher Menschen bestimmten. Das zugehörige Tutorium führt an Quellen, Hilfsmittel und Schwerpunkte der Frühneuzeitforschung heran.

Literatur: Richard van Dülmen (Hg.): Entdeckung des Ich. Die Geschichte der Individualisierung vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Köln [u.a.] 2001; Richard van Dülmen: Die Entdeckung des Individuums 1500-1800, Frankfurt/M. 1997; Kaspar von Greyerz/ Hans Medick/ Patrice Veit (Hg.): Von der dargestellten Person zum erinnerten Ich. Europäische Selbstzeugnisse als historische Quellen (1500-1850), Köln [u.a.] 2001; Kaspar von Greyerz: Vom Nutzen und Vorteil der Selbstzeugnisforschung für die Frühneuzeithistorie, in: Jahrbuch des Historischen Kollegs 2004 (2005), S. 27-47; Gabriele Jancke/ Claudia Ulbrich (Hg.): Vom Individuum zur Person. Neue Konzepte im Spannungsfeld von Autobiographietheorie und Selbstzeugnisforschung (Querelles 10), Göttingen 2005; Stefan Elit/ Stephan Kraft/ Andreas Rutz (Hg.): Das 'Ich' in der Frühen Neuzeit. Autobiographien - Selbstzeugnisse - Ego-Dokumente in geschichts- und literaturwissenschaftlicher Perspektive, in: zeitenblicke 1 (2002), Nr. 2, URL: http://www.zeitenblicke.de/2002/02/ (letzter Zugriff: 5.12.2013); Winfried Schulze (Hg.): Ego-Dokumente. Annäherung an den Menschen in der Geschichte, Berlin 1996.


OS: Neuere Forschungen zur Geschlechtergeschichte
Prof. Dr. Gisela Mettele
Do 16-18 Uhr
HI, Fürstengraben 13, SR

Das Oberseminar richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Bachelor- und ExamenskandidatInnen (Lehramt und Magister/Master) sowie DoktorandInnen. Neben der Präsentation eigener Arbeiten werden neuere geschlechtergeschichtliche Forschungen und methodische Ansätze diskutiert. In unregelmäßigen Abständen finden Gastvorträge von auswärtigen WissenschaftlerInnen statt.

Wintersemester 2013/14

VL: Einführung in die Geschlechtergeschichte
Prof. Dr. Gisela Mettele
Mi 16-18 Uhr
TeilnehmerInnenzahl: max. 30
UHG, Fürstengraben 1, HS 146


S: Theorien und Methoden in der Geschlechtergeschichte (Aufbaumodul)
Prof. Dr. Gisela Mettele
Mi 18-20 Uhr
TeilnehmerInnenzahl: max. 30
UHG, SR 166


S: Einführung in das Studium der Geschichtswissenschaft
Prof. Dr. Gisela Mettele
Do 10-12 Uhr
TeilnehmerInnenzahl: max. 30
Carl-Zeiss-Str. 3, SR 318

In der Einführung wird anhand von Beispielen und praktischen Aufgaben der Umgang mit wis-senschaftlichen Texten geübt. Neben Lese- und Arbeitstechniken werden Grundlagen wissen-schaftlichen Schreibens von der Themenfindung über die Literaturrecherche und Informations-beschaffung bis hin zum Zeitmanagement vermittelt. Zudem macht die Einführung mit der Arbeit mit historischen Hilfsmitteln und Ressourcen vertraut. Ziel ist, die Fähigkeit zum kritischen Umgang sowohl mit Printmedien als auch mit dem Internet zu schulen. In einem zweiten Seminarteil wird der Umgang mit historischen Quellen (Quellenbegriff, Quellenarten, Quellenkritik etc.) geübt, wobei neben schriftlichen auch visuelle Quellen betrachtet werden. Der letzte Seminarteil gibt einen Überblick über verschiedene für die Neuere und Neueste Geschichte relevante methodische Ansätze (Historische Hermeneutik, Gesellschaftsgeschichte, Alltags- und Kulturgeschichte, Geschlechtergeschichte, Diskursanalyse, Kulturtransfer und Transnationale Geschichte) und dient der kritischen, themenzentrierten Diskussion über unterschiedliche Perspektiven auf die Geschichte. Erwartet wird die regelmäßige Anwesenheit in Seminar und Tutorium, aktive Mitarbeit sowie die Übernahme kleinerer Hausarbeiten bzw. Präsentationen im Seminar.


Literatur: Budde, Gunilla/Freist, Dagmar/Günther-Arndt, Hilke (Hgg.), Geschichte. Studium - Wis-senschaft - Beruf, Berlin 2008; Jordan, Stefan, Theorien und Methoden der Geschichtswissen-schaft, Paderborn/Stuttgart 2008; Wolbring, Barbara, Neuere Geschichte studieren, Konstanz 2006; Jordan, Stefan, Einführung in das Geschichtsstudium, Stuttgart 2005; Eibach, Joachim/Lottes, Günther (Hgg.), Kompass der Geschichtswissenschaft. Ein Handbuch, Pader-born/München/Wien et al. 2002; Schulze, Winfried, Einführung in die neuere Geschichte, 4. Aufl., Stuttgart 2002; Brandt, Ahasver von, Werkzeug des Historikers. Eine Einführung in die Histori-schen Hilfswissenschaften, 17. Aufl., Stuttgart 2007; Goertz, Hans-Jürgen (Hg.), Geschichte. Ein Grundkurs, 3. Aufl., Reinbek bei Hamburg 2007; Cornelißen, Christoph (Hg.), Geschichtswis-senschaften. Eine Einführung, 4. Aufl., Frankfurt a.M. 2009.

TUTORIUM: Christiane Fischer - Di, 16-18 Uhr, Carl-Zeiss-Str. 3 SR 128


OS: Neuere Forschungen zur Geschlechtergeschichte
Prof. Dr. Gisela Mettele
Do 16-18 Uhr
Zulassung: persönliche Anmeldung unter
HI, Fürstengraben 13, SR

Das Oberseminar richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Bachelor- und Examenskandida-tInnen (Lehramt und Magister/Master) sowie DoktorandInnen. Neben der Präsentation eigener Arbeiten werden neuere geschlechtergeschichtliche Forschungen und methodische Ansätze dis-kutiert. In unregelmäßigen Abständen finden Gastvorträge von auswärtigen WissenschaftlerIn-nen statt.


S: Verliebt, verlobt, verheiratet? Liebe, Partnerschaft und Familie in der Frühen Neuzeit
Dr. Julia Schmidt-Funke
Mo 12-15 Uhr (mit Pause)
HI, Fürstengraben 13, SR

Ehe und Familie waren in der Frühen Neuzeit alles andere als Privatsache. Sie stellten Institutionen von größter gesellschaftlicher Bedeutung dar. Allerdings waren die mit ihnen verbundenen Konzepte und Praktiken weder homogen, noch statisch. Vielmehr war es beständigen Aushandlungsprozessen unterworfen, wie Ehe und Familie gedacht und gelebt wurden. Außerdem ließen sich Liebe, Partner- und Elternschaft zu keiner Zeit auf den ehelichen Rahmen beschränken. Das Seminar thematisiert deshalb nicht nur die verschiedenen Formen ehelichen und familiären Zusammenlebens mit seinen rechtlichen und ökonomischen Implikationen, sondern geht auch auf Fälle außerehelicher und gleichgeschlechtlicher Liebe bzw. Sexualität ein. Das zugehörige Tutorium führt an Quellen, Hilfsmittel und Schwerpunkte der Frühneuzeitforschung heran.

Literatur: Sandra Cavallo/Silvia Evangelisti (Hrsg.), A Cultural History of Childhood and Family in the Early Modern Age (A Cultural History of Childhood and Family 3), Oxford 2010; Elizabeth Foy-ster/James Marten (Hrsg.), A Cultural History of Childhood and Family in the Age of Enlighten-ment (A Cultural History of Childhood and Family 4), Oxford 2010; Winfried Freitag, Haushalt und Familie in traditionellen Gesellschaften. Konzepte, Probleme und Perspektiven der Forschung, in: Geschichte und Gesellschaft 14 (1988), S. 5-37; Andreas Gestrich, Geschichte der Familie im 19. und 20. Jahrhundert (Enzyklopädie deutscher Geschichte 50), 3. Aufl. München 2013; David Israel Kertzer/Marzio Barbagli, Family Life in Early Modern Times 1500-1789 (The History of the Eu-ropean Family 1), New Haven, Conn. 2001; Siegrid Westphal/Inken Schmidt-Voges/Anette Baumann, Venus und Vulcanus. Ehen und ihre Konflikte in der Frühen Neuzeit (Bibliothek Altes Reich 6), München 2011; Heide Wunder, "Er ist die Sonn', sie ist der Mond". Frauen in der frühen Neuzeit, München 1992.
Leistungsnachweis: Hausarbeit von 25.000 Zeichen, regelmäßige Teilnahme, Hausaufgaben von Sitzung zu Sitzung


S: Weibliche Bildungswege (18.-20. Jahrhundert)
Silke Meinhardt
Mi 14-16 Uhr
UHG SR 141

Die Frage, was weibliche Bildung zu beinhalten hatte, wurde auf verschiedenen Ebenen gerade im 18. und 19. Jahrhundert umfangreich und kontrovers diskutiert. Die Praxis der Mädchen- und Frauenbildung zeigte dennoch lange ein sehr heterogenes Bild. Eine einheitliche Institutionalisierung der Mädchenbildung trat ebenso wie die Öffnung der Universitäten für Frauen erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein.
Im Fokus des Seminars werden die verschiedenen Wege der Bildung von Mädchen und Frauen vom 18. Jahrhundert bis zum frühen 20. Jahrhundert stehen. Dabei werden zum einen die diffe-renten Konzepte weiblicher Bildung, etwa der bürgerlichen Meisterdenker oder der Frauenbewegung, in den Blick genommen. Andererseits wird zu klären sein, wie die unterschiedlichen Vorstellungen konkret umgesetzt wurden, welche Ausgrenzungsmechanismen Bildung nach Geschlecht differenzierten und welche Handlungsspielräume und Strategien Mädchen und Frauen Zugang zu Bildung verschafften.

Literatur: Elke Kleinau/Claudia Opitz (Hg.), Geschichte der Mädchen- und Frauenbildung, 2 Bde., Frankfurt a. M. 1996; Michaela Hohkamp/Gabriele Jancke (Hg.), Nonne, Königin und Kurtisane. Wissen, Bildung und Gelehrsamkeit von Frauen in der Frühen Neuzeit, Königstein/Taunus 2004; James C. Albisetti, Mädchen- und Frauenbildung im 19. Jahrhundert, Bad Heilbrunn 2007; Trude Maurer (Hg.), Der Weg an die Universität. Höhere Frauenstudien vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert, Göttingen 2010.

TUTORIUM: Monique Bürger - Mo, 18-20 Uhr, HI, Fürstengraben 13, SR 

Sommersemester 2013

VL: Geschlechtergeschichte des langen 18. Jahrhunderts

Prof. Dr. Gisela Mettele

Mi 16-18 Uhr
UHG, HS 144

Die Vorlesung vermittelt einen Überblick über zentrale Themen und Fragestellungen der Geschlechtergeschichte vom ausgehenden siebzehnten bis ins erste Drittel des neunzehnten Jahrhunderts. Ein Hauptmerkmal des sogenannten "langen 18. Jahrhunderts" war sein experimenteller Charakter, die relative Offenheit gesellschaftlicher Debatten und vor allem die Komplexität und Widersprüchlichkeit der Geschlechterordnungen. Auf vielen Ebenen - in der Geselligkeit, dem literarischen Leben, den Familienbeziehungen, im Bereich der Bildung und der Religion - wurde mit neuen Kommunikations- und Interaktionsformen experimentiert. Die Vorlesung geht diesen Dynamisierungsprozessen nach, fragt aber auch nach gegenläufigen Tendenzen. Es geht darum, zu zeigen, dass männliche und weibliche Rollenbilder und Lebenswirklichkeiten vielgestaltiger waren und die Diskurse im Ergebnis weniger absehbar als dies rückblickend vom 19. Jahrhundert erscheint.

Literatur: CLAUDIA OPITZ, Aufklärung der Geschlechter, Revolution der Geschlechterordnung. Münster 2002; SARAH KNOTT/BARBARA TAYLOR, Hg., Women, Gender and Enlightenment. London 2007; ULRIKE GLEIXNER/ MARION W. GRAY, Hg., Gender in Transition: Discourse and Practice in German speaking Europe 1750-1830. Ann Arbor 2006; ULRIKE WECKEL/ CLAUDIA OPITZ/ OLIVIA HOCHSTRASSER/ BRIGITTE TOLKEMITT, Hg., Ordnung, Politik und Geselligkeit des Geschlechter im 18. Jahrhundert. Göttingen 1998; ANN CHARLOTT TREPP, Männerwelten privat: Vaterschaft im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert, in: T. Kühne, Hg., Männergeschichte-Geschlechtergeschichte. Männlichkeit im Wandel der Moderne. Frankfurt am Main 1996, S. 31-50.


Ü: Quellen und Texte zur Geschlechtergeschichte des langen 18. Jahrhunderts

Prof. Dr. Gisela Mettele

Mi 18-20 Uhr
UHG, SR 141

Die Übung wird als vertiefende Diskussionsveranstaltung zur Vorlesung "Geschlechtergeschichte des langen 18. Jahrhunderts" angeboten. Es werden ausgewählte Quellen und Dokumente zur jeweiligen Vorlesung gelesen und interpretiert, sowie wichtige Texte aus der Sekundärliteratur diskutiert.

Literatur: s. Vorlesung


HpS: Religion und Geschlecht in der Moderne

Prof. Dr. Gisela Mettele

Do 10-12 Uhr
UHG, SR 221

Die lange vorherrschende Auffassung, die die Moderne primär als Zeitalter zunehmender Säkularisierung betrachtete, ist heute einer differenzierteren Sicht gewichen, die eher von einem Strukturwandel der Religionskultur ausgeht als von einem generellen Bedeutungsverlust religiöser Orientierungen. Kleriker und Theologen verloren ihre privilegierte Rolle bei der Formulierung religiöser Ideale, dies wurde nun auch zur Angelegenheit der weiblichen und männlichen religiösen Laien. Die Diskussionen verlagerten sich auch in nichtreligiöse Bereiche, konfessionelle Grenzen traten dabei häufig in den Hintergrund. Das Seminar wird das vielschichtige Mit-, Neben- und Gegeneinander von Rationalismus und Religion in den Diskursen und Lebenswelten von Männern und Frauen aufschlüsseln. Es wird danach gefragt, wie in verschiedenen sozialen Kontexten und in christlichen und nichtchristlichen Glaubensrichtungen die aufklärerischen Forderungen nach Freiheit und Vernunft in Bezug zu religiösen Argumentationsmustern gesetzt und welche Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit dabei jeweils formuliert wurden. Dabei wird auch die These einer sich seit dem Aufklärungszeitalter herausbildenden "Feminisierung" der Religion bzw. einer rein säkular konzipierten Männlichkeit kritisch überprüft.

Literatur: MONIKA MOMMERTZ/CLAUDIA OPITZ-BELAKHAL, Hg., Das Geschlecht des Glaubens. Religiöse Kulturen Europas zwischen Mittelalter und Moderne. Frankfurt am Main 2008; ANNE CONRAD, Rationalismus und Schwärmerei. Studien zu Religiosität und Sinndeutung in der Spätaufklärung. Hamburg 2008; ULRIKE GLEIXNER, Pietismus und Bürgertum: eine historische Anthropologie der Frömmigkeit. Göttingen 2005; ANNE CONRAD, Jenseits der Schranken des Geschlechts. Friedrich Schleiermachers Entwurf einer Religion für eine "religionslose" Zeit, in: Peter Burschel/ Anne Conrad, Hg., Vorbild, Inbild, Abbild. Religiöse Lebensmodelle in geschlechtergeschichtlicher Perspektive. Freiburg im Breisgau 2003, S. 151-170; JEREMY GREGORY, "Homo Religious": Masculinity and Religion in the Long Eighteenth Century', in: Michèle Cohen, English Masculinities, 1660-1800, London 1999, S. 85-110; EDITH SAURER, Hg., Die Religion der Geschlechter. Historische Aspekte religiöser Mentalitäten. Wien 1995.


OS: Neuere Forschungen zur Geschlechtergeschichte

Prof. Dr. Gisela Mettele

Termin: Do 16-18 Uhr
HI, SR


Das Oberseminar richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Examenskandidat_innen und Doktorand_innen. Neben der Präsentation eigener Arbeiten werden neuere geschlechtergeschichtliche Forschungen und methodische Ansätze diskutiert. In unregelmäßigen Abständen finden Gastvorträge von auswärtige Wissenschaftler_innen statt. Persönliche Anmeldung erforderlich.


S: Weiblichkeitsentwürfe zwischen Geschlechterordnung und Lebenspraxis

Silke Meinhardt M.A. 

Mi. 14-16 Uhr
August-Bebel-Str. 4, SR 117


Zuordnung zum Modul Grundkurs Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts

Tutorium: Kathleen Graichen, Do. 16-18 Uhr, UHG, SR 276

Die Frage nach den Rollen der Geschlechter, was einen Mann oder eine Frau ausmacht und wo dabei die Gleichheit und Differenz der Geschlechter liegt, ist nicht erst durch heutige Debatten aktuell. Das Seminar will die Diskussionen um die Ordnungen der Geschlechter mit dem Fokus auf die Weiblichkeitsentwürfe in der Zeit des ausgehenden 18. und des 19. Jahrhunderts in den Blick nehmen. Im Seminar soll nicht nur danach gefragt werden, welche Konzepte und Visionen hinter den Geschlechterordnungen standen, welche Weiblichkeitsentwürfe hier gezeichnet wurden und für welche Frauen sie galten. Zu klären sein wird auch, in welcher Form diese theoretischen und normativ geprägten Geschlechterbilder auf die weibliche Lebenspraxis übertragen wurden und wo für Frauen im Umgang mit den Rollenerwartungen Handlungsmöglichkeiten und -grenzen lagen. Hierzu werden nicht nur programmatische Texte zur Geschlechterordnung analysiert, sondern auch deren Wirkung und Umsetzung in der weiblichen Lebenspraxis beleuchtet.

Literatur: Eva Labouvie, Zwischen Geschlechterordnung und neuen Lebenswegen. Frauen im 19. Jahrhundert, in: Matthias Puhle (Hg.), Die Seele möchte fliegen. Ein Frauenleben zwischen Anpassung und Aufbruch, Marie Nathusius (1817-1857), Halle 2007, S. 194-215; Ute Frevert (Hg.), Bürgerinnen und Bürger. Geschlechterverhältnisse im 19. Jahrhundert, Göttingen 1988; Dies., "Mann und Weib, und Weib und Mann". Geschlechter-Differenzen in der Moderne, München 1995; Claudia Honegger, Die Ordnung der Geschlechter. Die Wissenschaften vom Menschen und das Weib, 1750-1850, Frankfurt a.M. 1991; Claudia Opitz/Ulrike Weckel/Elke Kleinau (Hg.), Tugend, Vernunft und Gefühl. Geschlechterdiskurse der Aufklärung und weibliche Lebenswelten, Münster 2000; Anne-Charlott Trepp, Sanfte Männlichkeit und selbständige Weiblichkeit. Frauen und Männer im Hamburger Bürgertum 1770-1840, Göttingen 1996; Rebekka Habermas, Frauen und Männer des Bürgertums. Eine Familiengeschichte (1750-1850), Göttingen 2000.


HS: Haushalt und Familie im Wandel, 18.-20. Jahrhundert

PD Dr. Heidrun Homburg

Blockseminar, 3 Termine:


1. Einführungssitzung, Fr, 12. April 2013, 14-18 Uhr
                                    HI, Fürstengraben 13, SR

2. Block I.,                    Fr, 24.5.2013, 9-13 Uhr, 15-19 Uhr und Sa, 25.5.2013, 9-13 Uhr
                                    UHG, SR 166

3. Block II.,                   Fr,28.6. 2013, 9-13 Uhr, 15-19 Uhr und Sa, 29.6. 2013,9-13 Uhr, 15-17 Uhr
                                    UHG, SR 166


Haushalt und Familie bilden Grundeinheiten des menschlichen Wirtschaftens, Zusammenlebens und der wechselseitigen Fürsorge. Sie sind wichtige Institutionen der Produktion, Reproduktion und Vergesellschaftung, der Sozialisation von Mann und Frau, von Eltern und Kindern. Als solche stehen sie in dauerndem Austausch mit ihrer Umwelt. Sie sind zudem der Ort von Aushandlungsprozessen zwischen dem Einzelnen und der Gemeinschaft, zwischen den Geschlechtern und zwischen den Generationen. Dabei geht es immer auch um die Bedingungen der Überlebenssicherung, die Verwendung von Ressourcen wie auch sonstige Anforderungen der Außenwelt und der Zeitumstände. In der jüngeren Sozialgeschichte wurden Haushalt und Familie seit den 1960er Jahren zu einem gewichtigen Untersuchungsgegenstand im Zusammenhang mit Fragen nach den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen sowie nach den Begleiterscheinungen des Übergangs von traditionalen, agrarisch bestimmten Gesellschaften in die moderne Marktwirtschaft und Konsumgesellschaft. Wie nahmen Haushalt und Familie an diesem Wandel teil? Welche Veränderungen durchliefen Familien wie auch das Wirtschaften der Haushalte vom 18. bis zum 20. Jahrhundert? Unterscheiden sich ihre Gestalt, Formen, Funktionen im 18., 19. und im 20. Jahrhundert? Verlief der Wandel zeitgleich in Stadt und Land? Wie wurde er "gelebt"? Wurde er von "außen" den Menschen aufgezwungen, oder wurde er von den Familien und Haushalten selbst initiiert und mitgetragen? Kam es zu Veränderungsschüben? Gab es klar markierte Zäsuren? Registrierten Zeitgenossen solche Veränderungen, und wie stellten sie sich zu ihnen? Schließlich, welche Prozesse des Wandels von Haushalt und Familie haben die Sozialwissenschaften in jüngster Zeit konstatiert, und welche neuen Herausforderungen ergeben sich daraus für die historische Forschung? Diesen Fragen wird das Seminar in zwei Schritten nachgehen. Der erste Seminarblock dient der Einführung in das Thema mit dem Ziel, einen Überblick über die Untersuchungszeit und den Forschungsstand zu gewinnen. Zunächst sollen deshalb der Wandel von Haushalt und Familie seit dem 18. Jahrhundert bis in die 1960/70er Jahre historisch kontextualisiert, einschlägige sozialwissenschaftliche Forschungsansätze sowie historische Forschungsergebnisse diskutiert werden. Der zweite Seminarblock zielt auf Vertiefung und selbständigen Anwendung des zuvor Erarbeiteten. Untersuchungsstränge und historische Problematisierungen des Wandels von Haushalt und Familie sollen anhand von zeitgenössischen Primärquellen, z.B. Selbstzeugnissen, wissenschaftlichen Untersuchungen, Medienberichten in Zeitungen, Zeitschriften, Funk und Fernsehen, öffentlichen Kontroversen und politischen Debatten weiter ausgezogen und aufgearbeitet werden.

Literatur: J. Ehmer, Bevölkerungsgeschichte und historische Demographie 1800 - 2000, München 2004; A. Gestrich, Geschichte der Familie im 19. und 20. Jahrhundert, München 32012 (mit Nachtrag), T. K. Hareven, Familiengeschichte, Lebenslauf und sozialer Wandel [Aus dem Engl.], Ffm 1999; P. Laslett, Verlorene Lebenswelten: Geschichte der vorindustriellen Gesellschaft (The world we have lost, EA 1965), Wien 1988 [TB Ffm 1991]; M. Mitterauer / R. Sieder, Vom Patriarchat zur Partnerschaft: Zum Strukturwandel der Familie (EA 1977), München 21980 u.ö.; K. Lüscher u.a. (Hg.), Die "postmoderne" Familie, Konstanz 11988,21990; J. de Vries, The The Industrious Revolution: Consumer Behavior and the Household Economy, 1650 to the Present, Cambridge 2008.

 

Wintersemester 2012/13

HpS: Romantik und Geschlecht (ausgehendes 18. Jahrhundert bis Mitte 19. Jahrhundert)

Prof. Dr. Gisela Mettele

Mi. 16-18 Uhr

Das Hauptseminar wird sich mit der romantischen Bewegung vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zur Revolution 1848/49 unter geschlechtergeschichtlicher Perspektive beschäftigen. Behandelt wird eine breites Spektrum von Themen: der Jenaer frühromantische Kreis, romantische Salons in Berlin und Weimar, weibliche Briefkultur und Autorschaft, Freundschaftskult und Liebesideal, die Wiederentdeckung des Religiösen in der Romantik sowie die romantische Orientbegeisterung. Schließlich wird auch das Verhältnis von Romantik und Politik, Nation und Kosmopolitismus unter geschlechtsspezifischen Aspekten thematisiert. Gefragt wird nach den Handlungsmöglichkeiten von Frauen in unterschiedlichen Konstellationen der Romantik und nach den Dynamiken und Ambiguitäten in den romantischen Konzeptionen des Geschlechterverhältnisses. Als Protagonist_innen der romantischen Bewegung stehen u.a. Caroline Schlegel-Schelling, Sophie Mereau, Rahel Varnhagen, Germaine de Staëhl, Ottilie von Goethe, Amalie Fürstin von Gallitzin, Clemens Brentano, Anton Mesmer, Bettina von Arnim und Johanna Kinkel im Mittelpunkt des Interesses.

Literatur: Barbara Becker-Cantarino, Schriftstellerinnen der Romantik. München 2000; Hartwig Schultz, Hg., Salons der Romantik. Berlin 1997; Marc Redfield, The Politics of Aesthetics: Nationalism, Gender, Romanticism. Stanford 2003; Irmgard Scheitler, Gattung und Geschlecht: Reisebeschreibungen deutscher Frauen 1780-1850; Ulrike Stamm, Der Orient der Frauen: Reiseberichte deutschsprachiger Autorinnen im frühen 19. Jahrhundert. Köln 2010; Monica Klaus, Johanna Kinkel. Romantik und Revolution. Köln 2008; Karen Hagemann, "Männlicher Muth und Teutsche Ehre". Nation, Militär und Geschlecht zur Zeit der Antinapoleonische Kriege Preußens. Paderborn 2002; Ulrike Gleixner and Marion W. Gray, Hg., Gender in Transition. Discourse and Practice in German-Speaking Europe, 1750-1830. Michigan 2006. Claudia Honegger, Die Ordnung der Geschlechter. Die Wissenschaften vom Menschen und das Weib 1750-1850. Frankfurt/Main 1991.


Ü: Quellen und Texte zur Geschlechtergeschichte der Romantik

Prof. Dr. Gisela Mettele

Mi. 18-20 Uhr

Das Verhältnis von Romantik, Öffentlichkeit und Geschlecht soll in der Übung am Beispiel von Leben und Werk einer der wichtigsten Vertreterinnen der deutschen Romantik, Bettina von Arnim, beleuchtet werden. Exemplarisch werden anhand ausgewählter Primär- und Sekundärtexte zentrale Fragestellungen wie etwa nach der aktiven Teilnahme von Frauen am literarischen Leben und an der Salonöffentlichkeit erörtert. Am Beispiel des ausgeprägten politischen und sozialen Engagements von Arnims soll auch das Urteil einer scheinbar unpolitischen bzw. restaurativ orientierten Romantik überprüft und nach den Bedingungen für Frauen, sich in die politischen Diskurse ihrer Zeit einzuschalten, gefragt werden.

Literatur: Ulrike Landfester, Selbstsorge als Staatskunst. Würzburg 2000; Hartwig, Schultz, "Die echte Politik muss Erfinderin sein". Berlin 1999; Ursula Püschel, Bettina von Arnim -- politisch. Bielefeld 2005; Elke Frederiksen, Bettina von Arnim: Gender and Politics. Detroit 1995; Sulamith Sparre, "Aber Göttlich und Außerordentlich reimt sich": Bettine von Arnim (1785-1859). Muse, Schriftstellerin, politische Publizistin. Lich 2009.


S: Einführung in das Studium der Geschichtswissenschaft

Prof. Dr. Gisela Mettele

Do. 10-12 Uhr

In der Einführung wird anhand von Beispielen und praktischen Aufgaben der Umgang mit wissenschaftlichen Texten geübt. Neben Lese- und Arbeitstechniken werden Grundlagen wissenschaftlichen Schreibens von der Themenfindung über die Literaturrecherche und Informationsbeschaffung bis hin zum Zeitmanagement vermittelt. Zudem macht die Einführung mit der Arbeit mit historischen Hilfsmitteln und Ressourcen vertraut. Ziel ist, die Fähigkeit zum kritischen Umgang sowohl mit Printmedien als auch mit dem Internet zu schulen. In einem zweiten Seminarteil wird der Umgang mit historischen Quellen (Quellenbegriff, Quellenarten, Quellenkritik etc.) geübt, wobei neben schriftlichen auch visuelle Quellen betrachtet werden. Der letzte Seminarteil gibt einen Überblick über verschiedene für die Neuere und Neueste Geschichte relevante methodische Ansätze (Historische Hermeneutik, Gesellschaftsgeschichte, Alltags- und Kulturgeschichte, Geschlechtergeschichte, Diskursanalyse, Kulturtransfer und Transnationale Geschichte) und dient der kritischen, themenzentrierten Diskussion über unterschiedliche Perspektiven auf die Geschichte. Erwartet wird die regelmäßige Anwesenheit in Seminar und Tutorium, aktive Mitarbeit sowie die Übernahme kleinerer Hausarbeiten bzw. Präsentationen im Seminar.

Literatur: Budde, Gunilla/Freist, Dagmar/Günther-Arndt, Hilke (Hgg.), Geschichte. Studium - Wissenschaft - Beruf, Berlin 2008; Jordan, Stefan, Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft, Paderborn/Stuttgart 2008; Wolbring, Barbara, Neuere Geschichte studieren, Konstanz 2006; Jordan, Stefan, Einführung in das Geschichtsstudium, Stuttgart 2005; Eibach, Joachim/Lottes, Günther (Hgg.), Kompass der Geschichtswissenschaft. Ein Handbuch, Paderborn/München/Wien et al. 2002; Schulze, Winfried, Einführung in die neuere Geschichte, 4. Aufl., Stuttgart 2002; Brandt, Ahasver von, Werkzeug des Historikers. Eine Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften, 17. Aufl., Stuttgart 2007; Goertz, Hans-Jürgen (Hg.), Geschichte. Ein Grundkurs, 3. Aufl., Reinbek bei Hamburg 2007; Cornelißen, Christoph (Hg.), Geschichtswissenschaften. Eine Einführung, 4. Aufl., Frankfurt a.M. 2009.


S: Hexen und Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit

Dr. Julia A. Schmidt-Funke

Mo. 12-14 Uhr

Eine Beschäftigung mit den frühneuzeitlichen Hexenverfolgungen, die zwischen 1580 und 1680 ihren Höhepunkt erlebten, erlaubt vielfältige Einblicke in die Frühe Neuzeit. Religiöse, politische, rechtliche, wirtschaftliche, soziale und sogar klimatische Entwicklungen wurden von der Geschichtswissenschaft zur Erklärung des Phänomens herangezogen. Das Seminar nimmt diese unterschiedlichen Interpretationen in den Blick und führt anhand des Themas an Quellen, Hilfsmittel und Schwerpunkte der Frühneuzeitforschung heran.

Literatur: Wolfgang Behringer, Hexen. Glaube, Verfolgung, Vermarktung, 5. Aufl., München 2009; Wolfgang Behringer, Hexen und Hexenprozesse in Deutschland, 5. Aufl., München 2001; Johannes Dillinger, Hexen und Magie. Eine historische Einführung, Frankfurt am Main 2007; Hexenforschung, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/themen/hexenforschung/; Andrea Rudolph (Hg.), Hexen. Mythos und Wirklichkeit, Ausstellungskatalog Speyer 2009; Walter Rummel/Rita Voltmer, Hexen und Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit, 2. Aufl., Darmstadt 2012.


S: Preußen - geschlechtergeschichtlich (1500-1850)

Dr. Julia A. Schmidt-Funke

Do. 8-10 Uhr

Das Seminar nimmt den diesjährigen 300. Geburtstag Friedrichs II. von Preußen zum Anlass, um sich aus geschlechtergeschichtlicher Perspektive mit der preußischen Geschichte zwischen Reformation und Märzrevolution zu befassen. Auf diese Weise werden sowohl grundlegende Kenntnisse der preußischen Geschichte vermittelt, als auch verschiedene Zugänge der Frauen- und Geschlechtergeschichte an das preußische Beispiel herangetragen. Das Themenspektrum reicht dabei von der eigensinnigen Reformationsfürstin bis zum Freischärler der napoleonischen Kriege, vom sogenannten Soldatenkönig bis zu den Frauen der 48/49er Revolution.

Literatur: Christopher Clark, Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600-1947, Bonn 2007; Wolfgang Neugebauer, Die Hohenzollern, 2 Bde., Stuttgart 1996-2003; Ulrich Sachse (Hg.), Friederisiko. Friedrich der Große, 2 Bde., München 2012; Franziska Windt, Preußen 1701 - eine europäische Geschichte, 2 Bde., Ausstellungskatalog Berlin 2001.





Sommersemester 2012

VL: Geschlechtergeschichte des urbanen Raums (18.-20. Jahrhundert)

Prof. Dr. Gisela Mettele

Mi 16-18 Uhr

UHG, HS 145

Der Prozess der Urbanisierung veränderte im neunzehnten Jahrhundert das Leben großer Teile der europäischen Bevölkerung. Die Vorlesung setzt sich mit diesen Prozessen auseinander und untersucht die Rolle, die Geschlechterverhältnisse in diesen Transformationsprozess spielten. Welchen Einfluss hatte die Kategorie Geschlecht auf Organisation und Nutzung des städtischen Raums? Erlebten Frauen die Stadt anders als Männer? Wie haben zeitgenössische Annahmen einer geschlechtsspezifischen Trennung der öffentlichen und der privaten Sphäre die Stadt baulich und kulturell geformt, vor allem aber, wie wurden städtische Räume jenseits von propagierten Geschlechteridealen tatsächlich angeeignet? Die Vorlesung thematisiert die sich ausweitende Teilnahme von Frauen am öffentlichen Leben ebenso wie die Auswirkungen von Rationalisierung und Technisierung der städtischen Privathaushalte. Darüber hinaus werden die Veränderungen geschlechtsspezifischer Rollenbilder untersucht, die mit der Ausdifferenzierung des urbanen Arbeitsmarktes und den Veränderungen der urbanen Konsumkultur einhergingen. Die Betrachtung der Lebensrealitäten von Frauen und Männern unterschiedlicher sozialer Zugehörigkeiten machen die Verflechtung der Kategorie Geschlecht mit anderen Differenzkategorien deutlich.

Literatur: Kerstin Wolff, Stadtmütter. Bürgerliche Frauen und ihr Einfluss auf die Kommunalpolitik (1860-1900).Königstein/Ts. 2006; Stadtraum und Geschlechterperspektiven. Themenschwerpunkt in: Informationen zur modernen Stadtgeschichte" (IMS) 1/2004; Ulla Terlinden/Susanna von Oertzen, Die Wohnungsfrage ist Frauensache! Frauenbewegung und Wohnreform 1870-1933. Berlin 2006; Martina Heßler, "Mrs. Modern Woman": Zur Sozial- und Kulturgeschichte der Haushaltstechnisierung. Frankfurt am Main 2001; Matt Cook, London and the Culture of Homosexuality, 1885-1914. Cambridge 2003; Regina Schulte, Sperrbezirke. Tugendhaftigkeit und Prostitution in der bürgerlichen Welt. Hamburg 1994; Judith Walkowitz, City of Dreadful Delight: Narratives of Sexual Danger in late Victorian London. London 1992; Elisabeth Wilson, The Sphinx in the City. Urban Life, the Control of Disorder and Women. London 1991


Ü: Quellen- und Textlektüre zur Vorlesung "Geschlechtergeschichte des urbanen Raums (18.-20. Jahrhundert)"

Prof. Dr. Gisela Mettele

Mi 18-20 Uhr

Zwätzengasse 3

Die Übung wird als vertiefende Diskussionsveranstaltung zur Vorlesung "Geschlechtergeschichte des urbanen Raums (18.-20. Jahrhundert)" angeboten. Es werden ausgewählte Quellen und Dokumente zur jeweiligen Vorlesung gelesen und interpretiert, sowie wichtige Texte aus der Sekundärliteratur diskutiert.

Literatur: siehe Vorlesung


HpS: Wohnreform und Frauenbewegung

Prof. Dr. Gisela Mettele

Do 10-12 Uhr

UHG, SR 147

Das Hauptseminar wird sich mit verschiedenen Formen des frauenpolitischen Engagements in der städtischen Wohnreform beschäftigen. Im Fokus wird dabei unter anderem die kommunale Wohnungsaufsicht stehen, die sich um 1900 zu einem wichtigen sozialfürsorgerischen Handlungsfeld der bürgerlichen Frauenbewegung entwickelte. Darüber hinaus werden Fragen von Haushaltsrationalisierung und -technisierung thematisiert sowie die vielschichtigen Debatten um Professionalisierung und Zentralisierung von Hauswirtschaft bzw. Entlohnung von Hausarbeit. Beleuchtet wird zudem das Engagement der Frauenbewegung für die Entwicklung neuer Wohnprojekte für alleinstehende berufstätige Frauen sowie für siedlungspolitische Experimente wie etwa der Gartenstadt. Der zeitliche Schwerpunkt des Seminars wird auf dem Zeitraum vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die späten 1920er Jahre liegen.

Literatur: Ulla Terlinden/Susanna von Oertzen, Die Wohnungsfrage ist Frauensache! Frauenbewegung und Wohnreform 1870-1933. Berlin 2006; Despina Stratigakos, A Women's Berlin: Building the Modern City. Minneapolis 2008; Ute Maasberg/ Regina Prinz, die Neuen kommen! Weibliche Avantgarde in der Architektur der zwanziger Jahre. (Ausstellungskatalog) Hamburg 2004; Maja Binder, Arminius - eine Stadttheoretikerin in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in: Triumph und Scheitern in der Metropole: zur Rolle der Weiblichkeit in der Geschichte Berlins. Hg. v. Sigrun Anselm/ Barbara Beck. Berlin 1987; Dolores Hayden, The Grand Domestic Revolution: A History of Feminist Designs for American Homes, Neighborhood, and Cities. Cambridge MA 1985; Günter Uhlig, Kollektivmodell "Einküchenhaus". Wohnmodell und Architekturdebatte zwischen Frauenbewegung und Funktionalismus. Gießen 1981


OS: Neuere Forschungen zur Geschlechtergeschichte

Prof. Dr. Gisela Mettele

Do 16-18 Uhr

HI, Fürstengraben 13, SR

Zulassung: Persönliche Anmeldung,

Das Oberseminar richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Bachelor- und ExamenskandidatInnen (Lehramt und Magister/Master) sowie DoktorandInnen. Neben der Präsentation eigener Arbeiten werden neuere geschlechtergeschichtliche Forschungen und methodische Ansätze diskutiert. In unregelmäßigen Abständen finden Gastvorträge von auswärtigen WissenschaftlerInnen statt.


Ü: Autobiographien des 19. Jahrhunderts

Quellenkunde/Methodik

Silke Meinhardt

Mi 14-16 Uhr

UHG, SR 221

Autobiographien gewähren Einblicke in die Selbstkonstruktion historischer Akteure und erhellen damit die individuelle Aneignung historischer Prozesse. Ihr Quellenwert geht dabei über die subjektiven Wahrnehmungen hinaus: sie können auch Informationen über Lebensverhältnisse und Alltagshandlungen, über Prozesse der Identitätsbildung und Geschlechtskonstruktion sowie über Kommunikationstradition und Erzählkultur enthalten. Doch wie genau geht man mit diesen Quellen um? In welchem Verhältnis stehen erzählte und erlebte Lebensgeschichte, welche Möglichkeiten bieten autobiographische Texte für eine historische Analyse, und welche Probleme werfen sie auf? Ausgehend von diesen Fragen werden in der Übung diverse Autobiographien von Frauen und Männern des 19. Jahrhunderts in Auszügen gelesen. Nicht nur autobiographische Schriften von Adeligen, Künstler_innen oder politischen Akteur_innen werden dabei im Fokus stehen, sondern auch von Dienstmädchen, Arbeiter_innen und anonymen Verfasser_innen.

Literatur: Günther, Dagmar, "And now for something completely different". Prolegomena zur Autobiographie als Quelle der Geschichtswissenschaft, in: HZ 272 (2001), 25-61; Depkat, Volker, Autobiographien und die soziale Konstruktion von Wirklichkeit, in: GG 29 (2003), 441-476; Niggl, Günter (Hg.), Die Autobiographie. Zu Form und Geschichte einer literarischen Gattung, Darmstadt 21998; Heinritz, Charlotte, Autobiographien als Medien lebensgeschichtlicher Erinnerungen. Zentrale Lebensthemen und autobiographische Schreibformen in Frauenautobiographien um 1900, in: BIOS - Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen 21 (2008) 1, S. 114-123; Dies., Auf ungebahnten Wegen. Frauenautobiographien um 1900, Königstein/Taunus 2000.

Wintersemester 2011/12

VL: Geschichte der internationalen Frauenbewegung(en) im 19. und 20. Jahrhundert

Prof. Dr. Gisela Mettele

UHG, HS 145

Di. 14-16 Uhr

Grenzüberschreitende Forschungsperspektiven sind in den letzten Jahren zunehmend ins Blickfeld der historischen Forschung getreten und haben auch in der Frauen- und Geschlechtergeschichte das Bewusstsein für europäische bzw. transatlantische Beziehungen und Transfers geschärft. Im Seminar werden die Frauenbewegungen verschiedener Länder vergleichend vorgestellt sowie Vernetzungs- und Austauschprozesse zwischen den einzelnen Bewegungen thematisiert, die häufig im Spannungsfeld von nationalen Agenden einerseits und internationalen Orientierungen andererseits agierten.


S: Quellen und Textlektüre zur Geschichte der internationalen Frauenbewegung(en) im 19. und 20. Jahrhundert

Prof. Dr. Gisela Mettele

UHG, SR 147 Di. 16-18 Uhr

Das Seminar wird als vertiefende Diskussionsveranstaltung zur Vorlesung "Geschichte der internationalen Frauenbewegung(en) im 19. und 20. Jahrhundert" angeboten. Es werden ausgewählte Quellen und Dokumente zur jeweiligen Vorlesung gelesen und interpretiert, sowie wichtige Texte aus der Sekundarliteratur diskutiert.


HpS: Stadtbürgerin - Staatsbürgerin - Weltbürgerin. Politische Partizipation und Geschlecht

Prof. Dr. Gisela Mettele

Mi. 10-12 Uhr

CZ 3, SR 4.119

Die Freiheits- und Gleichheitsversprechen der Französischen Revolution bildeten auch für Frauen den Ausgangspunkt, sich für ihre Rechte als Bürgerinnen einzusetzen. Das Seminar thematisiert politische Konstruktionen des Geschlechterverhältnisses seit dem Ende des 18. Jahrhunderts und die damit 45 einhergehenden Vorstellungen geschlechtsspezifischer politischer Teilhabe. Gefragt wird nach dem Verhältnis von Geschlecht, Politik und Nation, der Schwerpunkt des Seminars wird dabei aber auf den Aktivitäten liegen, die Frauen im kommunalen öffentlichen Raum vor allem im Bereich des Vereinswesens entfalteten. Zwar erlaubte erst das Reichsgesetz von 1908 Frauen die Mitgliedschaft in politischen Vereinen, das Wahlrecht bekamen sie bekanntermaßen erst 1918, allerdings artikulierte sich im Engagement für das lokale Gemeinwohl, für karitative und soziale Belange, schon bedeutend früher der Anspruch auf weitergehende gesellschaftliche Teilhabe, der seit den 1860er Jahren dann auch in die Aktivitäten und politischen Forderungen der entstehenden Frauenbewegung einfloss.


OS: Neuere Forschungen zur Geschlechtergeschichte

Prof. Dr. Gisela Mettele

Do. 16-18 Uhr

HI, SR

Das Oberseminar richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Bachelor- und ExamenskandidatInnen sowie DoktorandInnen. Neben der Präsentation eigener Arbeiten werden neuere geschlechtergeschichtliche Forschungen und methodische Ansätze diskutiert. In unregelmäßigen Abständen finden Gastvorträge von auswärtigen WissenschaftlerInnen statt. Persönliche Anmeldung unter:


S: Frauen in der frühneuzeitlichen Stadt

Dr. Julia A. Schmidt-Funke

Di. 8-10 Uhr

HI, SR

Die Stadt stellt traditionell einen Bezugsrahmen historischer Forschung dar, und so hat auch die Frauen- und Geschlechtergeschichte im urbanen Raum einen lohnenden Untersuchungsgegenstand ausgemacht. Ausgehend von der Stadt hat sie die Vielgestaltigkeit weiblicher Lebensformen und Lebensentwurfe sichtbar gemacht, Beziehungen und Konflikte zwischen den Geschlechtern analysiert und die geschlechtsbezogene Aneignung von Räumen rekonstruiert. Das Seminar greift diese Perspektiven auf und führt an ihrem Beispiel an Quellen, Hilfsmittel und Schwerpunkte der Frühneuzeitforschung heran.


S: Lesende Frauen, schreibende Frauen (1500-1850)

Dr. Julia A. Schmidt-Funke

Mo. 14-16 Uhr

HI, SR

Was lasen und schrieben Frauen, wie lasen und schrieben Frauen, und welche Frauen lasen und schrieben überhaupt? Diese Fragen nimmt das Seminar zum Ausgangspunkt, um weibliche Schreib- und Lesepraktiken von der Reformation bis ins 19. Jahrhundert hinein vorzustellen. Einzelne Autorinnen und ihre Werke werden dabei ebenso thematisiert wie unterschiedliche Medien und Textgattungen; gefragt wird zudem nach den Bildungsvoraussetzungen lesender und schreibender Frauen sowie nach weiblicher Erwerbstätigkeit im Buch- und Pressewesen.


S: Arbeit und Geschlecht. Weibliche Erwerbsarbeit im 19. und 20. Jahrhundert

Silke Meinhardt, M.A.

Mi. 14-16 Uhr

UHG, SR 219

Im Fokus des Seminars wird die Frage nach verschiedenen Formen weiblicher Erwerbsarbeit im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert stehen. Dabei soll der Blick weniger auf einzelne Berufe gerichtet werden als vielmehr auf den Strukturwandel weiblicher Arbeit im Zuge von Industrialisierung, Frauenbewegung und Erstem Weltkrieg. Auf diese Weise wird zugleich der Zusammenhang von Arbeit und Geschlecht thematisiert sowie nach den zeitgenössischen Geschlechterkonstruktionen, den Bewertungen und Bedingungen weiblicher Erwerbsarbeit.

Sommersemester 2011

VL: Haus und Arbeit (18. bis frühes 20. Jahrhundert)

Prof. Dr. Gisela Mettele

Di. 14-16 Uhr

UHG, HS 146

Der Begriff "Arbeit" wird heute meist mit entlohnter außerhäuslicher Berufstätigkeit verbunden. Dies war nicht immer so. In den vorindustriellen Familienökonomien trugen alle in einer Haushaltung lebenden Personen mit ihrer Arbeitskraft gleichermaßen zum Lebensunterhalt bei. Erst mit der zunehmenden Auslagerung produktiver Funktionen aus den bürgerlich-städtischen Haushalten und der damit einhergehenden Neuaufteilung und Neuzuschreibung weiblicher und männlicher Arbeitsbereiche etwa seit der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde häusliche Arbeit im Vergleich zu der nach Zeit und Entgelt gemessenen außerhäuslichen Berufstätigkeit zur "unökonomischen" weiblichen Domäne und büßte semantisch ihren Charakter als Arbeit ein. Die Vorlesung geht diesen Veränderungen nach und hinterfragt die Abwertung häuslicher Reproduktionsarbeit, die sich bis heute in der Bemerkung: "Arbeiten Sie?" "Nein, ich bin Hausfrau!" spiegelt. Gleichzeitig wird nach der fortdauernden Bedeutung der häuslichen Wohnung als Ort weiblicher Erwerbstätigkeit gefragt. Heimarbeit und häusliche Dienstleistungen bildeten bis ins 20. Jahrhundert hinein die wichtigsten Erwerbsfelder für Frauen. Darüber hinaus werden die Auswirkungen von Haushaltsrationalisierung und -technisierung sowie die vielschichtigen Debatten der bürgerlichen Frauenbewegung um Professionalisierung und Zentralisierung von Hauswirtschaft bzw. Entlohnung von Hausarbeit thematisiert.

Einführende Literatur: Michael Andritzky, Hg., Oikos. Haushalt und Wohnen im Wandel. Gießen 1992; Rebekka Habermas, Frauen und Männer des Bürgertums. Eine Familiengeschichte 1750-1850. Göttingen ²2002; Brigitte Aulenbacher/Angelika Wetterer (Hg), Arbeit. Perspektiven und Diagnosen der Geschlechterforschung. Münster 2009; Martina Hessler, Mrs. Modern Woman. Zur Sozial- und Kulturgeschichte der Haushaltstechnisierung. Frankfurt am Main 2001; Leif Jerram, Kitchen Sink Dramas: Women, Modernity and Space in Weimar Germany, in: cultural geographies 13 (2006) 538-556; Ulla Terlinden/ Susanna von Oertzen, Die Wohnungsfrage ist Frauensache! Frauenbewegung und Wohnreform 1870-1933. Berlin 2006.

 

OS: Neuere Forschungen zur Geschlechtergeschichte

Prof. Dr. Gisela Mettele / Prof. Dr. Renate Tobies

Do. 16-18 Uhr

UHG, SR 219

Das Oberseminar richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Bachelor- und ExamenskandidatInnen sowie DoktorandInnen. Neben der Präsentation eigener Arbeiten werden neuere geschlechtergeschichtliche Forschungen und methodische Ansätze diskutiert. In unregelmäßigen Abständen finden Gastvorträge von auswärtigen WissenschaftlerInnen statt. Persönliche Anmeldung: .

 

HpS: Geschichte urbaner häuslicher Dienstleistungen (18. bis 21. Jh.)

Prof. Dr. Gisela Mettele

Mi. 16-18 Uhr

AB, SR 116

Das Seminar nimmt seinen Ausgangspunkt von der aktuell in der Geschlechterforschung geführten Debatte um die "Wiederkehr des Dienstmädchens im 21. Jahrhundert". Von der Kinderbetreuung über die Haushaltspflege bis zur Versorgung alter und kranker Familienangehörigen beruht die Möglichkeit der Berufstätigkeit beider Geschlechter heute nicht zuletzt auf bezahlten häuslichen Dienstleistungen verschiedenster Art. Das Seminar geht der Geschichte häuslicher Dienstleistungen vom 18. bis zum 21. Jahrhundert nach und fragt nach Rechtssituation und Lebensbedingungen von DienstbotInnen in unterschiedlichen historischen Zeiträumen. Darüber hinaus werden die Debatten um die "Dienstbotenfrage", die um die Wende zum 20. Jahrhundert von verschiedenen sozialen und politischen AkteurInnen geführt wurden, beleuchtet.

Einführende Literatur: Gunda Barth-Scalmani (Hg.), Dienstbotinnen. Köln u.a. 2007; Gunilla Friederike Budde, Das Dienstmädchen, in: Ute Frevert/ Heinz-Gerhard Haupt (Hg.), Der Mensch im 19. Jahrhundert. Frankfurt am Main 1999, 148-175; Silke Wehner-Franco, Deutsche Dienstmädchen in Amerika 1850-1914. Münster 1994; Karin Pauleweit, Dienstmädchen um die Jahrhundertwende: im Selbstbildnis und im Spiegel der zeitgenössischen Literatur. Frankfurt am Main 1993; Gotthardt Frühsorge, Gesinde im 18. Jahrhundert. Hamburg 1995; Dorothee Wierling, Mädchen für alles. Arbeitsalltag und Lebensgeschichte städtischer Dienstmädchen um die Jahrhundertwende. Berlin 1987; Karin Walser, Dienstmädchen. Frauenarbeit und Weiblichkeitsbilder um 1900. Frankfurt 1985; Marina Tichy, Marina: Alltag und Traum. Leben und Lektüre der Wiener Dienstmädchen, Wien u.a. 1984; Heidi Müller, Dienstbare Geister. Leben und Arbeitswelt städtischer Dienstboten. Berlin 1985. Helma Lutz, Vom Weltmarkt in den Privathaushalt. Die neuen Dienstmädchen im Zeitalter der Globalisierung. Opladen 2007; Claudia Gather, Weltmarkt Privathaushalt: bezahlte Hausarbeit im globalen Wandel. Münster 2008.

 

S: Migration und Geschlecht (18. bis 20. Jahrhundert)

Prof. Dr. Gisela Mettele

Mi. 10-12 Uhr

UHG, SR 223

Migration hat viele Gründe. Wirtschaftliche, soziale, politische, kulturelle oder religiöse Gegebenheiten können so beschaffen sein, dass ein vorübergehender oder dauerhafter Ortswechsel wünschbar oder (lebens-)notwendig erscheint. Die neuere Migrationsforschung beschreibt transregionale wie transnationale Wanderungen nicht mehr als eingleisigen Übergang von einer Herkunfts- in eine Aufnahmegesellschaft, sondern fragt nach wechselseitigen Beeinflussungen und der Bedeutung transregionaler bzw. transnationaler Netzwerke für migrantische Identitäten. Im Seminar werden neuere migrationsgeschichtliche Ansätze diskutiert und nach geschlechtspezifischen Bedingungen und Verläufen von Migrationsprozessen vom ausgehenden 18. bis zum beginnenden 20. Jahrhundert gefragt.

Einführende Literatur: Sylvia Hahn, Migration - Arbeit - Geschlecht: Arbeitsmigration in Mitteleuropa vom 17. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Göttingen 2008; Marita Krauss/ Holger Sonnabend (Hg.), Frauen und Migration. Stuttgart 2001; Leslie Page Moch, Moving Europeans. Migration in Western Europe since 1650. Bloomington, Ind. ²2003; Klaus J. Bade, Sozialhistorische Migrationsforschung. Göttingen 2004; ders., Europa in Bewegung. Migration vom späten 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. München 2002; Katharine M. Donato/ Donna Gabaccia u.a., A Glass Half Full? Gender in Migration Studies, in: International Migration Review 40/1 (2006) 2-26, URL: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1747-7379.2006.00001.x/pdf.

 

S: Materielle Kultur, Konsum und Geschlecht in der Neuzeit (16.-20. Jahrhundert)

Dr. Julia A. Schmidt-Funke

Di. 8-10 Uhr

HI, SR

Wurde Shopping bereits in der Renaissance zu einer Lieblingsbeschäftigung von Frauen? Waren Taschenuhren und Fernrohre die Must-Haves der Frühen Neuzeit? Kleideten sich Männer schon immer in gedeckten Farben? Seit wann lasen Frauen in Modezeitschriften und Einrichtungsmagazinen? Anhand dieser und ähnlicher Fragen führt das Seminar in die Geschichte von materieller Kultur, Konsum und Geschlecht in der Neuzeit ein und arbeitet dabei den historischen Wandel heraus, dem Geschlechterrollen und Konsumverhalten unterliegen.

Einführende Literatur: Victoria de Grazia (Hg.): The Sex of Things. Gender and Consumption in Historical Perspective, Berkeley 1996; Gabriele Mentges (Hg.): Geschlecht und materielle Kultur. Frauen-Sachen, Männer-Sachen, Sach-Kulturen, Münster 2000; Roman Sandgruber: Frauensachen - Männerdinge. Eine "sächliche" Geschichte der zwei Geschlechter, Wien 2006.

 

S: HerrscherGeschlecht. Geschlechtergeschichte des frühneuzeitlichen Fürstenstaats

Dr. Julia A. Schmidt-Funke

Mi. 8-10 Uhr

UHG, SR 219

Landesvater und 'Virgin Queen', 'Frauenzimmer' und 'Cortegiano', Mätresse und 'Mignon' - es gibt viele Möglichkeiten, den frühneuzeitlichen Fürstenstaat aus geschlechtergeschichtlicher Perspektive zu betrachten. Die neuere Hof- und Dynastiegeschichte hat sich daher vermehrt den Geschlechterverhältnissen und -ordnungen zugewandt, welche die Herrschaftsausübung, das Hofleben und die (hoch-)adligen Familienbeziehungen prägten. Das Seminar greift diese Fragen auf und führt an ihrem Beispiel an Quellen, Hilfsmittel und Schwerpunkte der Frühneuzeitforschung heran.

Einführende Literatur: Jan Hirschbiegel / Werner Paravicini (Hg.): Das Frauenzimmer. Die Frau bei Hofe in Spätmittelalter und früher Neuzeit, Stuttgart 2000; Katrin Keller (Hg.): Gynäkokratie. Frauen und Politik in der höfischen Gesellschaft der Frühen Neuzeit, zeitenblicke 8 (2009), Nr. 2, URL: http://www.zeitenblicke.de/2009/2/; Regina Schulte (Hg.), Der Körper der Königin. Geschlecht und Herrschaft in der höfischen Welt seit 1500, Frankfurt a.M. /New York 2002; Heide Wunder (Hg.): Dynastie und Herrschaftssicherung in der Frühen Neuzeit. Geschlechter und Geschlecht, Berlin 2002; Natalie Zemon Davies: Frauen, Politik und Macht, in: Georges Duby / Michelle Perrot (Hg.): Geschichte der Frauen. Bd. 3: Frühe Neuzeit, hg. von Arlette Farge und Natalie Zemon Davies, Frankfurt a.M. / Paris 1994, 189-206.

 

 

S: Geschlecht und Ökonomie. Unternehmerinnen im 18. und 19. Jahrhundert

Silke Meinhardt, M.A.

Mi. 14-16 Uhr

AB, SR 119

"Es sind Männer, (keine Weiber!)", beschreibt Werner Sombart 1909 den Unternehmer. Als mithelfende Meistergattinnen, Handelsfrauen, das Unternehmen weiterführende Witwen oder auch selbständige Unternehmerinnen sind Frauen dennoch präsenter gewesen, als das gerade im 19. Jahrhundert stark männlich konnotierte Unternehmertum zunächst vermuten lässt. Im Seminar soll der Zusammenhang von Geschlecht und Ökonomie am Beispiel von Unternehmerinnen im ausgehenden 18. und 19. Jahrhundert hinterfragt werden. Der Fokus wird dabei nicht allein auf einzelne Unternehmerinnen und deren Handlungsspielräume gerichtet sein, sondern diese in den Gesamtkontext weiblicher Arbeit, Bildung und Rechtstellung der Frau einordnen. Für die erfolgreiche Teilnahme wird die Übernahme eines mündlichen Referats sowie einer schriftlichen Hausarbeit vorausgesetzt.

Einführende Literatur: Hlawatschek, Elke, Die Unternehmerin (1800-1945), in: Hans Pohl/Beate Brüninghaus (Hgg.), Die Frau in der deutschen Wirtschaft. Referate und Diskussionsbeiträge des 8. wissenschaftlichen Symposiums der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte e.V. am 8. und 9. Dezember 1983 in Essen, Stuttgart 1985, 127 - 146; Eifert, Christiane, Frauen und Geld - die Erfolgsgeschichte von Unternehmerinnen im 19. und 20. Jahrhundert im deutschen Südwesten, in: R. Johanna Regnath (Hg.), Frauen und Geld. Wider die ökonomische Unsichtbarkeit von Frauen, Königstein/Taunus 2008, 115 - 138; Gerhard, Ute, Verhältnisse und Verhinderungen. Frauenarbeit, Familie und Rechte der Frauen im 19. Jahrhundert; mit Dokumenten, Frankfurt a.M., 4. Aufl. 1989; Schildt, Gerhard, Frauenarbeit im 19. Jahrhundert, Pfaffenweiler 1993; Lepp, Claudia, Verdeckt von Sombarts "smarten Männern"? Bedingungen und Merkmale von Unternehmerinnen von der Mitte des 17. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, in: Archiv für Kulturgeschichte 89 (2007), 91 - 112.

 

T: Geschlecht und Ökonomie. Unternehmerinnen im 18. und 19. Jahrhundert

Katharina Zabel

Fr. 8-10 Uhr

UHG, SR 219

 

T: Migration und Geschlecht (18. bis 20. Jahrhundert)

Katharina Zabel

Mi. 18-20 Uhr

UHG, SR 258 a

Wintersemester 2010/11

VL: Von der Frauengeschichte zur Geschlechtergeschichte

Prof. Dr. Gisela Mettele

Di. 14-16 Uhr

AB 4, SR 025

Die Vorlesung vermittelt einen Überblick über die Entwicklung der Historischen Frauen- und Geschlechterforschung, ihre grundlegenden Themen, Fragestellungen und methodischen Überlegungen. In den Blick genommen wird dabei zunächst die Frauengeschichte, die sich seit den 1960er Jahren im Kontext der zweiten Frauenbewegung mit dem Ziel entwickelt hat, Frauen als Handelnde in der Geschichte sichtbar zu machen und Handlungsbereiche in den Blick zu rücken, die bislang als marginal oder irrelevant bei der Tradierung von Geschichte angesehen wurden. Danach werden die kategorialen und thematischen Erweiterungen der Geschlechtergeschichte beleuchtet, die mit dem Anspruch angetreten ist, nicht Ergänzungskapitel zur Allgemeinen Geschichte zu sein, sondern eine Perspektive, die die Relevanzkriterien der Allgemeinen Geschichte hinterfragt und neue Einsichten in das Funktionieren von Gesellschaften in verschiedenen Epochen verspricht. Vorgestellt werden in diesem Zusammenhang auch neuere Ansätze der Männergeschichte, die den Blick auf die geschlechtsspezifischen Erfahrungen von Männern richten, sowie die Kritik an zweigeschlechtlichen Denkmodellen durch die Queer Studies.

Einführende Literatur: Claudia Opitz, Um-Ordnungen der Geschlechter. Einführung in die Geschlechtergeschichte. Tübingen 2005; Andrea Griesebner. Feministische Geschichtswissenschaft. Eine Einführung. Wien 2005; Hausen, Karin/ Wunder, Heide (Hg.), Frauengeschichte - Geschlechtergeschichte. Frankfurt am Main 1992; Jürgen Martschukat/ Olaf Stieglitz, Geschichte der Männlichkeiten. Frankfurt am Main 2008; Johann Gehmacher/ Maria Mesner, Frauen- und Geschlechtergeschichte. Positionen / Perspektiven. Innsbruck u.a. 2003 (s.a. die für das Basismodul genannte Literatur).

 

OS: Neuere Forschungen zur Geschlechtergeschichte

Prof. Dr. Gisela Mettele / Prof. Dr. Renate Tobies

Do. 16-18 Uhr

UHG, SR 219

Das Oberseminar richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Bachelor- und ExamenskandidatInnen sowie DoktorandInnen. Neben der Präsentation eigener Arbeiten werden neuere geschlechtergeschichtliche Forschungen und methodische Ansätze diskutiert. In unregelmäßigen Abständen finden Gastvorträge von auswärtigen WissenschaftlerInnen statt. Persönliche Anmeldung:

 

HpS: Religion und Geschlecht in der Moderne

Prof. Dr. Gisela Mettele

Do. 8-10 Uhr

UHG, SR 29

In den letzten Jahrzehnten hat sich das wissenschaftliche Interesse an der Rolle von Religion und Religiosität in der Moderne intensiviert. Die lange vorherrschende Auffassung, die die Epoche seit der Mitte des 18. Jahrhunderts primär als Zeitalter zunehmender Säkularisierung betrachtete, ist heute einer differenzierteren Sicht gewichen, die eher von einem Strukturwandel der Religionskultur ausgeht als von einem generellen Bedeutungsverlust religiöser Orientierungen. Die Bedeutung von Religion in der Moderne wird in der Forschung geschlechtsspezifisch unterschiedlich bewertet: Während Religion für Männer zunehmend an Bedeutung verloren habe, behielten Frauen ein enges Verhältnis zu Religion und Kirche. Diese "Feminisierung der Religion" ist ein zentrales Thema der Geschlechtergeschichte: Vor dem Hintergrund der normativen Vorstellung "naturgegebener" dichotomer Geschlechtscharaktere sei dem Mann die öffentliche, rationale Sphäre und der Frau die private, häusliche, irrational-gefühlsbetonte - mithin auch die einer sich seit der Aufklärung zunehmend privatisierenden Religion zugewiesen worden. Im Medium der Religion öffneten sich für Frauen aber auch neue öffentliche Handlungsräume. So erweiterte sich etwa im Rahmen karitativ-religiöser Vereine der Aktionsradius bürgerlicher Frauen in vielfacher Hinsicht. Den vielfältigen und konfessionell unterschiedlichen Bedeutungen von Religion im Leben von Frauen soll im Seminar nachgegangen werden. Die "Feminisierungsthese" soll dabei aber auch kritisch hinterfragt und untersucht werden, wie Religion die Geschlechtsidentität nicht nur von Frauen sondern auch von Männern prägte. Von den TeilnehmerInnen wird aktive Mitarbeit und die Übernahme eines Referats erwartet. Persönliche Anmeldung:

Einführende Literatur: Monika Mommertz/ Claudia Opitz-Belakhal, Hg., Das Geschlecht des Glaubens. Religiöse Kulturen Europas zwischen Mittelalter und Moderne. Frankfurt a. M. 2008; Edith Saurer, Hg., Die Religion der Geschlechter. Historische Aspekte religiöser Mentalitäten. Wien 1995; Uta Gause, Kirchengeschichte und Genderforschung. Eine Einführung in protestantischer Perspektive. Tübingen 2006; Ann Taylor Allen, Religion und Geschlecht. Ein historiographischer Überblick zur neueren deutschen Geschichte, in: Hagemann, Karen/ Quataert, Jean H., Hg., Geschichte und Geschlechter. Revisionen der neueren deutschen Geschichte. Frankfurt a.M. 2008, 205-226; Kirsten Heinsohn/ Stefanie Schüler-Springorum, Hg., Deutsch-Jüdische Geschichte als Geschlechtergeschichte. Göttingen 2001; Rebekka Habermas, Weibliche Religiosität oder: Von der Fragilität bürgerlicher Lebenswelten, in: Klaus Tenfelde/ Hans-Ulrich Wehler, Hg, Wege zur Geschichte des Bürgertums. Göttingen 1994, 125-148; Margarete Grandner/ Edith Saurer, Geschlecht, Religion und Engagement. Die jüdischen Frauenbewegungen im deutschsprachigen Raum. Wien 2005; Dagmar Konrad, Missionsbräute. Pietistinnen des 19. Jahrhunderts in der Basler Mission. 2. Aufl. Münster 2001; Tine van Osselaer/ Thomas Buerman, Feminisation Thesis: A Survey of International Historiography and a Probing of Belgian Grounds, in: Revue d'Histoire Ecclésiastique 103, 2008, 497-544; Bernhard Schneider, Feminisierung der Religion im 19. Jahrhundert. Perspektiven einer These im Kontext des deutschen Katholizismus, in: Trierer Theologische Zeitschrift 111, 2002, 123-147.

 

S: Einführung in das Studium der Geschichtswissenschaft

Prof. Dr. Gisela Mettele

Mi. 10-12 Uhr

UHG, SR 259

 

S: Theorien und Methoden in der Geschlechtergeschichte

Prof. Dr. Gisela Mettele

Mi. 16-18 Uhr

CZ 3, SR 307

Das Basismodul will die TeilnehmerInnen mit grundsätzlichen Fragen der Historischen Geschlechterforschung vertraut machen. Ziel ist es, sich einen Überblick über unterschiedliche methodische und theoretische Ansätze zu verschaffen und diese in ihren wissenschaftsgeschichtlichen und erkenntnistheoretischen Kontexten zu diskutieren. Dabei werden u. a. die Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Entwicklungsstränge von Historischer Frauen- und Geschlechterforschung herauszuarbeiten sein. Von den TeilnehmerInnen wird aktive Mitarbeit und die Übernahme eines Referats erwartet.

Einführende Literatur: Claudia Opitz-Belakhal, Geschlechtergeschichte. Frankfurt am Main 2010; Hans Medick/Ann-Charlott Trepp, Geschlechtergeschichte und Allgemeine Geschichte: Herausforderungen und Perspektiven. Göttingen 1998; Jost Aregger u.a. (Hg.), Geschlecht hat Methode: Ansätze und Perspektiven in der Frauen- und Geschlechtergeschichte. Zürich 1999; Judith Butler, Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt am Main 1991; R. W. Connell, Der gemachte Mann: Konstruktion und Krise von Männlichkeiten. 2006; Annamarie Jagose, Queer Theory. Eine Einführung. Berlin 2001, Themenheft L´Homme 18/2 (2007): "Geschlechtergeschichte, gegenwärtig" (s.a. die für die Vorlesung "Von der Frauengeschichte zur Geschlechtergeschichte" genannte Literatur).

 

S: Militär und Geschlecht in der Frühen Neuzeit

Dr. Julia A. Schmidt-Funke

Di. 8-10 Uhr

HI, SR

Mit der "neuen" Militärgeschichte hat sich seit den 1990er Jahren auch der Blick für geschlechtergeschichtliche Fragestellungen geöffnet: Welche Rolle spielten Frauen in den Heeren, welchen Anteil nahmen sie an militärischen Auseinandersetzungen? Wie prägten Krieg und Militär die Geschlechterordnung, welche Männlichkeits- und Weiblichkeitsentwürfe verbanden sich mit ihnen? Ausgehend von diesen Fragen und den ihnen zugrundeliegenden Forschungsdebatten lotet das Seminar das Verhältnis von Militär und Geschlecht in der Frühen Neuzeit aus und spannt dabei den Bogen von den Rittern des ausgehenden 15. Jahrhunderts bis zu den Freiwilligencorps des beginnenden 19. Jahrhunderts.

Einführende Literatur: Ute Frevert: Nation, Krieg und Geschlecht im 19. Jahrhundert, in: Manfred Hettling (Hg.): Nation und Gesellschaft in Deutschland. Historische Essays, München 1996, S. 151-170; Karen Hagemann: "Mannlicher Muth und Teutsche Ehre". Nation, Militär und Geschlecht zur Zeit der Antinapoleonischen Kriege Preußens, Paderborn 2002; Karen Hagemann: Krieg, Militär und "Mainstream". Geschlechtergeschichte und Militärgeschichte, in: Karen Hagemann/Jean Quataert (Hg.): Geschichte und Geschlechter. Revisionen der neueren deutschen Geschichte, Frankfurt am Main/New York 2008, S. 92-129; Karen Hagemann/Ralf Pröve (Hg.): Landsknechte, Soldatenfrauen und Nationalkrieger. Militär, Krieg und Geschlechterordnung im historischen Wandel, Frankfurt am Main 1998; Maren Lorenz: Das Rad der Gewalt. Militär und Zivilbevölkerung in Norddeutschland nach dem Dreißigjährigen Krieg (1650-1700), Köln/Weimar/Wien 2007; Ralf Pröve: Vom Schmuddelkind zur anerkannten Subdisziplin? Die "neue Militärgeschichte" der Frühen Neuzeit. Perspektiven, Entwicklungen, Probleme, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 51 (2000), S. 597-612; Ralf Pröve (Hg.): Klio in Uniform? Probleme und Perspektiven einer modernen Militärgeschichte der frühen Neuzeit, Köln, Weimar, Wien 1997; Bernhard R. Kroener: Militär in der Gesellschaft. Aspekte einer neuen Militärgeschichte der Frühen Neuzeit, in: Thomas Kühne (Hg.): Was ist Militärgeschichte? Paderborn 2000, S. 283-299.

 

S: Reformation und katholische Reform - geschlechtergeschichtlich

Dr. Julia A. Schmidt-Funke

Mi. 8-10 Uhr

UHG, SR 166

Reformation und katholische Reform stellen auch für die Geschlechtergeschichte eine tiefgreifende Zäsur dar: Neue Geschlechterrollen und Moralvorstellungen wurden definiert und etabliert; Handlungsspielräume eröffneten und verschlossen sich; das Verhältnis der Geschlechter wurde neu geordnet. Das Seminar verfolgt diese Entwicklung nach und ordnet sie sowohl in den Kontext der Reformations- als auch in den der Geschlechtergeschichte ein. Es vermittelt zugleich die Grundlagen des geschichtswissenschaftlichen Arbeitens und führt an Quellen, Hilfsmittel und Schwerpunkte der Frühneuzeitforschung heran.

Einführende Literatur: Anne Conrad (Hg.): In Christo ist weder man noch weyb. Frauen in der Zeit der Reformation und katholischen Reform, Münster 1999; Olaf Mörke: Die Reformation. Voraussetzung und Durchsetzung, München 2005 (EDG 74); Lyndal Roper: Das fromme Haus. Frauen und Moral in der Reformation, Frankfurt am Main 1999; Lyndal Roper: Gender and the Reformation, in: Archiv für Reformationsgeschichte 92 (2001), S. 290-302; Luise Schorn-Schütte: Die Reformation. Vorgeschichte - Verlauf - Wirkung, 4. Aufl., München 2006; Helga Schnabel-Schüle: Die Reformation 1495-1555, Stuttgart 2006; Merry Wiesner-Hanks: Gender and the Reformation, in: Archiv für Reformationsgeschichte 100 (2009), S. 350-365; Heide Wunder: Frauen in der Reformation. Rezeptions- und historiographiegeschichtliche Überlegungen, in: Archiv für Reformationsgeschichte 92 (2001), S. 303-320.

 

S: Autobiographien des 18. Jahrhunderts

Ole Fischer, M.A.

Mo. 16-18 Uhr

UHG, SR 164

Im 18. Jahrhundert nimmt nicht nur die Produktion autobiographischer Schriften stark zu, sondern auch neue Inhalte finden Eingang in die Texte. Menschen sprechen über ihre Arbeit und ihren Alltag, sie thematisieren Liebe, Ehe, Religiosität und berichten von Schicksalserfahrungen. Anhand dieser Quellen scheint der Zugang zu Gedanken und Gefühlen erstmals relativ leicht möglich zu sein, und dies gilt nicht nur für die Gedanken und Gefühle akademisch gebildeter Männer, sondern für Frauen und Männer aus allen sozialen Schichten. Gemeinsam werden wir Ausschnitte aus Texten verschiedener Autoren und Autorinnen lesen und anhand dieser Quellen einige Themen diskutieren, bei denen die Untersuchung von Autobiographien besonders vielversprechend ist.

Einführende Literatur: Aichinger, Ingrid, Art. "Selbstbiographie", in: Reallexikon der deutschen Literaturgeschichte, Bd. 3, 2. Aufl., hrsg. von Werner Kohlschmidt u. Wolfgang Mohr, Berlin / New York 1977, 801-819; Krusenstjern, Benigna von, Was sind Selbstzeugnisse? Begriffskritische und quellenkundliche Überlegungen anhand von Beispielen aus dem 17. Jahrhundert, in: Historische Anthropologie 2 (1994), 462 - 471; Leutert, Sebastian; Piller, Gudrun, Deutschschweizerische Selbstzeugnisse (1500-1800) als Quellen der Mentalitätsgeschichte. Ein Forschungsbericht, in: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte 49 (1999), 197-221; Greyerz, Kaspar von; Medick, Hans, Veit, Patrice (Hg.): Von der dargestellten Person zum erinnerten Ich. Europäische Selbstzeugnisse als historische Quellen (1500-1850). Köln / Weimar / Wien 2001; Steussy, Frederic S., Eighteenth-Century German Autobiography. The Emergence of Individuality, New York 1996.

 

T: Einführung in das Studium der Geschichtswissenschaft

Silke Meinhardt, M.A.

Mi. 18-20 Uhr

UHG, SR 219

 

T: Theorien und Methoden in der Geschlechtergeschichte

Silke Meinhardt, M.A.

Fr. 12-14 Uhr

UHG, SR 163

Sommersemester 2010

 

VL: Geschlechtergeschichte des langen 18. Jahrhunderts

Prof. Dr. Gisela Mettele

Di. 14-16 Uhr

UHG, HS 145

Die Vorlesung vermittelt einen Überblick über zentrale Themen und Fragestellungen der Geschlechtergeschichte vom ausgehenden siebzehnten bis ins erste Drittel des neunzehnten Jahrhunderts. Ein Hauptmerkmal des sogenannten "langen 18. Jahrhunderts" war sein experimenteller Charakter, die relative Offenheit gesellschaftlicher Debatten und vor allem die Komplexität und Widersprüchlichkeit der Geschlechterordnungen. Auf vielen Ebenen - in der Geselligkeit, dem literarischen Leben, den Familienbeziehungen, im Bereich der Bildung und der Religion - wurde mit neuen Kommunikations- und Interaktionsformen experimentiert. Die Vorlesung geht diesen Dynamisierungsprozessen nach, fragt aber auch nach gegenläufigen Tendenzen. Es geht darum, zu zeigen, dass männliche und weibliche Rollenbilder und Lebenswirklichkeiten vielgestaltiger waren und die Diskurse im Ergebnis weniger absehbar als dies rückblickend vom 19. Jahrhundert erscheint.

Einführende Literatur: CLAUDIA OPITZ, Aufklärung der Geschlechter, Revolution der Geschlechterordnung. Munster 2002; SARAH KNOTT/BARBARA TAYLOR, Hg., Women, Gender and Enlightenment. London 2007; ULRIKE GLEIXNER/ MARION W. GRAY, Hg., Gender in Transition: Discourse and Practice in German speaking Europe 1750-1830. Ann Arbor 2006; ULRIKE WECKEL/ CLAUDIA OPITZ/ OLIVIA HOCHSTRASSER/ BRIGITTE TOLKEMITT, Hg., Ordnung, Politik und Geselligkeit des Geschlechter im 18. Jahrhundert. Göttingen 1998; ANN CHARLOTT TREPP, Männerwelten privat: Vaterschaft im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert, in: T. Kühne, Hg., Männergeschichte-Geschlechtergeschichte. Männlichkeit im Wandel der Moderne. Frankfurt am Main 1996, S. 31-50.

 

OS: Neuere Forschungen zur Geschlechtergeschichte

Prof. Dr. Gisela Mettele / Prof. Renate Tobies

Do. 16-18 Uhr

UHG, SR 219

Das Oberseminar richtet sich an fortgeschrittene Studierende, ExamenskandidatInnen und DoktorandInnen. Neben der Präsentation eigener Arbeiten werden neuere geschlechtergeschichtliche Forschungen und methodische Ansatze diskutiert. In unregelmäßigen Abstanden finden Gastvortrage von auswärtigen WissenschaftlerInnen statt. Vorlesung und Oberseminar können wahlweise als Vertiefungsmodul Frühe Neuzeit oder Vertiefungsmodul zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts absolviert werden. Persönliche Anmeldung und Vorbesprechung der Examensthemen ist erforderlich.

 

HpS: Transkulturelle und transnationale Perspektiven in der Geschlechtergeschichte

Prof. Dr. Gisela Mettele

Mi. 10-12 Uhr

UHG, SR 223

Transkulturelle und transnationale Forschungsperspektiven sind in den letzten Jahren zunehmend ins Blickfeld der historischen Forschung getreten und haben das Bewusstsein für europäische, transatlantische und globale Beziehungen und Transfers geschärft. Dies hat auch neue Perspektiven und Themenfelder für die Geschlechtergeschichte eröffnet. Im Seminar werden verschiedene methodische und theoretische Ansätze sowie die sich daraus ergebenden thematischen Erweiterungen des geschlechtergeschichtlichen Forschungsfelds diskutiert. Im Mittelpunkt stehen dabei drei exemplarische Themenkomplexe: grenzüberschreitende weibliche Lebensentwurfe, die geschlechtergeschichtliche Dimension der kolonialen Expansion Europas sowie die Vernetzungs- und Austauschprozesse im Kontext der internationalen Frauenbewegung. Persönliche Anmeldung unter:

Einführende Literatur: MARTINA INEICHEN/ANNA K. LIESCH/ANJA RATHMANN-LUTZ/SIMON WENGER (Hg.), Gender in Transit. Transkulturelle und transnationale Perspektiven. Zürich 2009; IRIS SCHRÖDER, Hg. (unter Mitarbeit von PRISKA JONES und MONIKA MOMMERTZ), Themenschwerpunkt Europäische Geschichte - Geschlechtergeschichte (2009), http://www.europa.clio-online.de/Default.aspx?TabID=40208782&mid=12250&ItemID=2062; ANGELIKA EPPLE/ ANGELIKA SCHASER, Gendering Historiography: Beyond National Canons. Frankfurt am Main 2009; GISELA BOCK, Geschlechtergeschichte auf alten und neuen Wegen. Zeiten und Raume, in: Geschichte und Gesellschaft. Sonderheft, Vol. 22, Wege der Gesellschaftsgeschichte (2006), S. 45-66; KAREN HAGEMANN/ MARIA TERESA FERNANDEZ-ACEVES, Gendering Trans/National Historiographies: Similarities and Differences in Comparison: Introduction, in: Journal of Women's History 19/1 (2007), S. 151-152; BARBARA CAINE/GLENDA SLUGA, Gendering European History 1780-1920. London 2000; KAREN OFFEN, European Feminisms 1700-1950: A Political History. Stanford 2000; SARAH S. HUGHES/ BRADY HUGHES, Women in World History. Vol.2. Readings from 1500 to the Present. New York 1997.

 

HpS: Frauen in der Ökonomie des Alltags, 18./19. Jahrhundert

PD Dr. Heidrun Homburg

Blockveranstaltung - Termine:

Fr., 09.04.2010, 16-20 Uhr, HI, SR: Einführungssitzung - Themen und Arbeitsverteilung

Fr., 21.05.2010, 16-20 Uhr, HI, SR: Literaturberichte - Zwischenstandsberichte der AGs

Fr., 25.06.2010, 16-20 Uhr, CZ 3, SR 223: Vorstellung und Diskussion der Arbeitsergebnisse der AGs

Sa., 26.06.2010, 9-12 und 14-18 Uhr, CZ3, SR 226: Vorstellung und Diskussion der Arbeitsergebnisse der AGs - Schlussdiskussion

Frauen haben in der Vergangenheit viele ökonomisch bedeutende Rollen wahrgenommen als Produzentinnen, Händlerinnen, Dienstleisterinnen, Konsumentinnen, Kreditvermittlerinnen, Erzieherinnen, Hauswirtschafterinnen und dies in unterschiedlichen Arenen, sei es zu Hause, in der Nachbarschaft oder außer Haus. In langer Sicht erscheint dabei das 18./19. Jahrhundert als Phase des Übergangs, in deren Verlauf die Rollen und die Raume der Frauen (bzw. der Geschlechter) neu abgesteckt und konturiert wurden. Ein herausragendes Merkmal dieses Transformationsprozesses war dabei die fortschreitende "Familiarisierung von Arbeiten und Leben" (Heide Wunder). Das Seminar will diesen Transformationsprozess ausleuchten und verfolgt drei Ziele: 1) Einführung in die Forschungsdiskussion, 2) Klarung der rechtlichen Position von Frauen, 3) historische Bestandsaufnahme der ökonomischen Rollen von Frauen anhand der zeitgenossischen Hauswirtschafts- und politökonomischen Literatur sowie anhand von Selbstzeugnissen (Autobiographien, Briefwechsel, Tagebucher, Haushaltsbucher). Anmeldung per Email an:

Einführende Literatur: G. Bock, Frauen in der europäischen Geschichte, München 2000; U. Frevert, Frauen-Geschichte zwischen bürgerlicher Verbesserung und neuer Weiblichkeit, Frankfurt a. M. 1989; U. Gerhard (Hg.), Frauen in der Geschichte des Rechts, München 1997; A. Gestrich / J. U. Krause / M. Mitterauer, Geschichte der Familie, Stuttgart 2003; M. North (Hg.), Deutsche Wirtschaftsgeschichte. Ein Jahrtausend im Überblick, 2. Aufl., München 2005; J. de Vries, The Industrious Revolution. Consumer Behavior and the Household Economy, 1650 to the Present, Cambridge 2008; H. Wunder, "Er ist die Sonn' sie ist der Mond". Frauen in der Frühen Neuzeit, München 1992.

 

GK: Grundkurs Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts

Prof. Dr. Gisela Mettele / Dr. Tobias Freimuller

Do. 10-12 Uhr

UHG, HS 24

Der Grundkurs "Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts" bildet zusammen mit einer der angegliederten Seminarveranstaltungen und einem dazugehörigen Tutorium das Basismodul zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Der Grundkurs bietet einen an chronologischen und grundsätzlichen Themenkomplexen sowie an Forschungsfragen orientierten Überblick über die Zeit von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart. Dabei steht die deutsche Geschichte zwar im Vordergrund, europäische und außereuropäische Bezuge spielen jedoch eine große Rolle. Studierende sollten keine ereignisgeschichtliche Vollständigkeit, sondern einen an Grundfragen orientierten Problemaufriss erwarten, der einen Einstieg in das Studium der Neueren und Neuesten Geschichte erleichtert.

Einführende Literatur: Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009; Andreas Wirsching (Hrsg.): Neueste Zeit (= Oldenbourg Geschichte Lehrbuch), München 2006; Barbara Wolbring: Neuere Geschichte studieren, Konstanz 2006; ferner sei auf die Bücher der Reihe "Oldenbourg Grundriss der Geschichte" verwiesen.

 

S: Geschlechtergeschichte des urbanen Raums

Prof. Dr. Gisela Mettele

Mi. 16-18 Uhr

UHG, SR 258a

Der Prozess der Urbanisierung veränderte im neunzehnten Jahrhundert das Leben großer Teile der europäischen Bevölkerung. Im deutsch-englischen Vergleich untersucht das Seminar die Rolle, die Geschlechterverhältnisse in diesen Transformationsprozess spielten. Welchen Einfluss hatte die Kategorie Geschlecht auf Organisation und Nutzung des städtischen Raums? Erlebten Frauen die Stadt anders als Männer? Wie haben zeitgenossische Annahmen einer geschlechtsspezifischen Trennung der öffentlichen und der privaten Sphäre die Stadt baulich und kulturell geformt, vor allem aber, wie wurden städtische Raume jenseits von propagierten Geschlechteridealen tatsachlich angeeignet? Das Seminar thematisiert die Auswirkungen der zunehmenden Technisierung des städtischen Privathaushalts auf die Geschlechterrollen ebenso wie die sich ausweitende Teilnahme von Frauen am öffentlichen Leben. In den Blick genommen wird u.a. die Bedeutung weiblicher Wohltätigkeit und Sozialfürsorge für den städtischen Zusammenhalt sowie die Aktivitäten der Frauenbewegung, der die Stadt als Buhne für ihre Kampagnen diente. Darüber hinaus werden die Veränderungen geschlechtsspezifischer Rollenbilder untersucht, die mit dem sich ausdifferenzierenden urbanen Arbeitsmarkt und der sich entwickelnden Konsumkultur einhergingen. Die Betrachtung der Lebensrealitäten von Frauen und Männern unterschiedlicher sozialer Zugehörigkeiten machen die Verflechtung der Kategorie Geschlecht mit anderen Differenzkategorien deutlich. Das Seminar ist Teil des Basismoduls Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und vertieft den Grundkurs "Einführung in die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts".

Einführende Literatur: DESPINA STRATIGAKOS, A Women's Berlin: Building the Modern City. Minneapolis 2008; ULLA TERLINDEN/SUSANNA VON OERTZEN, Die Wohnungsfrage ist Frauensache! Frauenbewegung und Wohnreform 1870-1933. Berlin 2006; STADTRAUM UND GESCHLECHTERPERSPEKTIVEN. Themenschwerpunkt in: Informationen zur modernen Stadtgeschichte" (IMS) 1/2004; MARTINA HEßLER, "Mrs. Modern Woman": Zur Sozial- und Kulturgeschichte der Haushaltstechnisierung. Frankfurt am Main 2001; KATHARINA VON ANKUM, Hg., Women in the Metropolis: Gender and Modernity in Weimar Culture. Berkeley 1997; REGINA SCHULTE, Sperrbezirke. Tugendhaftigkeit und Prostitution in der bürgerlichen Welt. Hamburg 1994; MATT COOK, London and the Culture of Homosexuality, 1885-1914. Cambridge 2003; CHRISTOPHER BREWARD, "Fashion and the Man: from Suburb to City Street. The Spaces of Masculine Consumption 1870-1914" in: Frank Mort/ Lynda Nead, Hg., Sexual Geographies. New York 2000; JUDITH WALKOWITZ, City of Dreadful Delight: Narratives of Sexual Danger in late Victorian London. London 1992; ELISABETH WILSON, The Sphinx in the City. Urban Life, the Control of Disorder and Women. London 1991.

 

S: Formen und Dimensionen weiblicher Frömmigkeit im europäischen Katholizismus des 19. Jahrhunderts

Dr. Hedwig Herold-Schmidt

Do. 10-12 Uhr

Zwätzengasse 4, SR

Noch bis weit ins 20. Jahrhundert wurde Frauen ein besonders enges Verhältnis zu Religion und Kirche - und damit auch zu traditionell-konservativen Einstellungen - nachgesagt. So gibt es zahlreiche Hinweise, dass Religion im 19. Jahrhundert konfessionsübergreifend im Leben von Frauen eine größere - oder andere - Rolle spielte als in dem von Männern. Bei den Katholikinnen sprechen häufige Gottesdienstbesuche, die rege Teilnahme an Pilgerfahrten sowie die Mitgliedschaft in Gebetsgemeinschaften und Vereinen dafür. Weibliche Orden und Kongregationen erhielten vermehrten Zulauf und zahlreiche Frömmigkeitspraktiken des ultramontanen Katholizismus gelten in mancher Hinsicht als spezifisch weiblich konnotiert. Hier ist etwa an die intensive Herz-Jesu-Devotion und vor allem an die expandierende Marienverehrung zu denken. Der Kult um Maria fand seinen Ausdruck in zahlreichen Erscheinungen und Wundern, die ihrerseits oft Ausgangspunkt von Wallfahrtsbewegungen wurden. Auch stigmatisierte Frauen spielten in diesem Kontext eine besondere Rolle. Dabei waren Handlungsraume und Handlungsspielraume von Frauen in den unterschiedlichen Konfessionen, Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften sehr unterschiedlich gestaltet. In einigen von ihnen erweiterte sich der weibliche Aktionsradius, etwa bei den Deutschkatholiken. Dies hat u.a. zur Formulierung der These von der Feminisierung der Religion im 19. Jahrhundert geführt, die in diesem Seminar für den europäischen Katholizismus kritisch hinterfragt werden soll: Formen und Dimensionen weiblicher Frömmigkeit sowie die jeweiligen Handlungsspielraume von Frauen werden vor dem Hintergrund der sozio-ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen ausgelotet. Der Schwerpunkt wird dabei auf den Entwicklungen in Deutschland und Frankreich liegen. Erwartet wird neben aktiver Teilnahme die regelmäßige und zuverlässige Lektüre von Texten. Die Modulprüfung besteht in der Abfassung einer Hausarbeit.

Einführende Lektüre: Lucian Holscher, "Weibliche Religiosität?" Der Einfluß von Religion und Kirche auf die Religiosität von Frauen im 19. Jahrhundert, in: Margret Kraul/Christoph Luth (Hg.), Erziehung der Menschen-Geschlechter. Studien zur Religion, Sozialisation und Bildung in Europa seit der Aufklarung, Weinheim 1996, S. 45-62. Bernhard Schneider, Feminisierung der Religion im 19. Jahrhundert. Perspektiven einer These im Kontext des deutschen Katholizismus, in: Trierer Theologische Zeitschrift 111 (2002), S. 123-148. Ralph Gibson, Le catholicisme et les femmes en France au XIXe siècle, in: Revue d'Histoire Ecclesiastique de la France 79 (1993), S. 63-93. Caroline Ford, Divided Houses. Religion and gender in Modern France, Ithaca, NY 2005. Irmtraud Götz von Olenhusen (Hg.), Wunderbare Erscheinungen. Frauen und katholische Frömmigkeit im 19. und 20. Jahrhundert, Paderborn 1995. Norbert Busch, Katholische Frömmigkeit und Moderne. Die Sozial- und Mentalitätsgeschichte des Herz-Jesu-Kultes in Deutschland zwischen Kulturkampf und Erstem Weltkrieg, Gütersloh 1997. Blackbourn, David, Wenn ihr sie wieder seht, fragt wer sie sei. Marienerscheinungen in Marpingen. Aufstieg und Niedergang des deutschen Lourdes, Reinbek bei Hamburg 1997.

 

T: Geschlechtergeschichte des urbanen Raums

Silke Meinhardt, M.A.

Fr. 12-14 Uhr

SR Bachstraße 18k