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Automatische Handschriftenerkennung

"ps: ich bitt noch mahl umb ver gebung meines confusen und üblen schreibens wegen" -

Frühneuzeitliche Briefe als Herausforderung automatischer Handschriftenerkennung



Projektbericht [PDF, 767 KB]

bzw hier: DOI: 10.22032/dbt.34849


Das Vorhaben des auf zunächst 2 ½ Monate angelegten Projektes umfasst die Anwendung der automatischen Transkriptionssoftware Transkribus (gefördert im Rahmen des e-Infrastruktur-Projektes READ - Recognition and Enrichment of Archival Documents) auf die Briefe Erdmuthe Benignas von Reuß-Ebersdorf (1670-1732) aus dem frühen 18. Jahrhundert.

Die Briefe stellen mit ihrem selbst für frühneuzeitliche Verhältnisse geringen Normierungsgrad und ihrer oft unkonventionellen Orthographie eine besondere Herausforderung für die computerbasierte Erkennung dar. Gerade deshalb eignen sie sich in besonderer Weise für das Austesten der Grenzen und der Evaluation des derzeitigen Standes der Transkribus-Software. Das Projekt wird dabei allerdings nicht allein das maschinelle Ergebnis, sprich die Character Error Rate (CER), sondern den gesamten Workflow dokumentieren und bewerten, um eine Orientierungsbeispiel für ähnliche Projekte und deren Planungen anzubieten und zur Weiterentwicklung der Software beizutragen.

Die Ground-Truth-Daten bilden die im Rahmen der "Edition der Briefe Erdmuthe Benignas von Reuß-Ebersdorf" am Lehrstuhl für Geschlechtergeschichte erstellten diplomatischen Transkriptionen der Briefe der Gräfin an Heinrich XXIV. von Reuß-Köstritz (1681-1748). Sie umfassen ca. 250 Seiten. Auf Grundlage dieser Trainingsdaten sollen im Anschluss 500 weitere, bisher unerschlossene Seiten an Briefmaterial der frühneuzeitlichen Schreiberin automatisch transkribiert werden.
 
Projektausführende:

Annemarie Müller, M.A.

Martin Prell, M.A. (Leitung)

Carolin Weißer, B.A.


Beispielseite eines Briefes (Quelle: Landesarchiv Thüringen - Staatsarchiv Greiz, Paragiatsherrschaft Köstritz, Ab IV 15, fol. 56r. Alle Rechte vorbehalten)

PK15-13